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In Kupferzell (Hohenlohekreis) hat das Robert-Koch-Institut (RKI) am Dienstagnachmittag mit seiner zweiten Corona-Testreihe begonnen. Diesmal soll das Blut von 300 Personen auf Antikörper untersucht werden.

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Zwei sogenannte Medibusse stehen einsatzbereit vor der Carl-Julius-Weber-Halle in Kupferzell. Die ersten Personen haben auch schon an der Studie teilgenommen, viele sind gespannt, ob oder wie viele Antikörper sie noch haben. Alle werden vor Ort erst befragt und die Daten aufgenommen, dann geht es in die Busse des Robert-Koch-Instituts. Dort wird Blut aus dem Arm und aus einem Finger entnommen. Nach knapp 20 Minuten ist alles vorbei und die meisten Studienteilnehmer sind wieder entlassen. Kupferzells Bürgermeister Christoph Spieles freut sich, dass seine Gemeinde nun erneut den Forschern helfen kann.

Die ersten Kupferzeller sind bereits Teil der Corona-Studie des RKI (Foto: SWR)
Die ersten Kupferzeller sind bereits Teil der Corona-Studie des RKI

"Das RKI hat gefragt, ob sie nochmal eine Nachuntersuchung von Personen durchführen können, die bereits nachweislich eine Corona-Infektion hatten. Nach Rücksprache sind die Rückmeldungen äußerst positiv. Viele der infizierten Personen haben sich positiv geäußert, weil die natürlich selber ein persönliches Interesse daran haben, wie hat sich die Antikörpersituation in ihrem Körper verbessert, verschlimmert oder ist gleichgeblieben."

Christoph Spieles, Bürgermeister in Kupferzell

Bis zum 24. Oktober sind die Mitarbeiter des RKI vor Ort, um Blutproben zu entnehmen. An der Corona-Studie können ausschließlich Menschen teilnehmen, die mit dem Coronavirus infiziert waren und bereits an der ersten Studie in Kupferzell teilgenommen haben. Zur zweiten Studie sind rund 350 Kupferzeller eingeladen. Mit dieser Teilnehmerzahl sei die Studie besonders wichtig, es gebe noch zu wenig Erkenntnisse in diesem Bereich, heißt es vom RKI.

Große Unterschiede bei Anzahl der Antikörper

Das RKI will Daten sammeln, um sie Forschern zu Verfügung zu stellen. Die Wissenschaftler wollen herausfinden, warum es so große Unterschiede bei den Antikörperkonzentrationen gibt: Einige der ehemals Infizierten haben viele, andere fast keine. Demnach baut manch einer Antikörper schnell ab, der andere bleibt länger immun. Dies könne mit dem eigenen Immunsystem zu tun haben, heißt es beim Robert-Koch-Institut. Die Testergebnisse könnten auch Erkenntnisse für die Entwicklung einer Impfstrategie bringen. "Dabei geht es um die Frage, welche Personengruppen bei Verfügbarkeit eines Impfstoffs vordringlich geimpft werden sollten, damit ein größtmöglicher Nutzen entsteht", so ein Sprecher des RKI.

RKI Studie Kupferzell (Foto: SWR)
Die ersten Kupferzeller auf dem Weg in den Medibus des RKI

Frühjahr: Kupferzell lange Zeit Hotspot

Bereits von Mai bis Juni diesen Jahres waren mehr als 2.000 Einwohner Kupferzells für die erste Studie des RKI vor Ort untersucht und befragt worden. In der ersten großen Studie in Kupferzell stand die Corona-Dunkelziffer im Vordergrund. Ein Ergebnis damals: Fast acht Prozent der Kupferzeller hatten Corona, fast vier Mal mehr, als vorher bekannt. Die Gemeinde war der erste große Hotspot in der Region, an dem es lange Zeit die meisten Infizierten pro 100.000 Einwohner in ganz Baden-Württemberg gab.

Mehr als 100 Menschen bei Kirchenkonzert infiziert

Ursprung des Ausbruchs war ein Kirchenkonzert am 1. März mit mehreren Posaunenchören. Dabei hatten Menschen, die mit dem Coronavirus infiziert waren, mehr als 100 weitere Besucher angesteckt. Drei Betroffene starben.

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