Geldscheine, Deutsche Rentenversicherung (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / SvenSimon | Frank Hoermann)

Finanziell schwächere werden zunehmend abgehängt

Diakonischer Kreisverband Heilbronn: Rentenerhöhung reicht nicht aus

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Ab dem 1. Juli werden Rente und Mindestlohn erhöht. Das reiche aber nicht aus, kritisiert der Diakoniekreisverband Heilbronn. Die Rentenerhöhung komme bei vielen nicht an.

Immer mehr Menschen kommen durch die gestiegenen Lebensmittel- und Energiepreise in finanzielle Schwierigkeiten. Besonders Rentner sind betroffen. Bei vielen wird es am Monatsende knapp. Die Rentenerhöhung um 5,35 Prozent ab dem 1. Juli soll für Entlastung sorgen.

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Rentenerhöhung kommt am unteren Ende nicht an

Prinzipiell sei eine Erhöhung der Rente immer zu begrüßen. Sie komme aber bei Menschen, die Grundsicherung beziehen, nicht an, erklärt Karl Friedrich Bretz, Geschäftsführer des Kreisdiakonieverbands Heilbronn. Die Erhöhung wird in voller Höhe auf die Sozialleistungen angerechnet.

"Eine Rentenerhöhung nützt wenig, wenn die Rente danach immer noch unter dem existenziell Notwendigen liegt."

Auch die Erhöhung des Mindestlohns sei ein gutes Signal. Doch ob das die Preisexplosion der vergangenen Monate abfedern könne, bezweifelt auch Michael Marek von der diakonischen Bezirksstelle Brackenheim (Kreis Heilbronn): "Mit einer Erhöhung von 63 Cent pro Stunde sind keinerlei Preissteigerungen zu kompensieren", so Marek.

Doppelte so viele Menschen bei der Tafel

Seit dem vergangenen Jahr hat sich die Zahl der Kunden in den Tafelläden der Region verdoppelt. Und sie nimmt weiter zu. Auch in den Diakonieläden sind mehr Kunden zu verzeichnen. Hinzu kommen vermehrte Anfragen in der Sozialberatung, so Marek.

"Erst heute war eine Mutter mit drei Kindern bei uns, die sonst gut über die Runden kam. Jetzt reicht das Geld nicht mehr."

Sozialleistungen müssen grundlegend neu berechnet werden

Auch wenn der Russland-Ukraine-Krieg und die Bedrohung durch Corona beendet wären - ein Zurück nach 2019 werde es nicht geben, so die Einschätzung von Bretz. Soziale Leistungen müssen grundlegend neu berechnet werden. Und es müsse außerdem sichergestellt werden, dass Energiekosten in voller Höhe übernommen werden.

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