Strandkorb am Meer, darunter Liegestühle - die Heilbronner professorin erklärt, warum All-inclusive-Urlaub so boomt und Nachhaltigkeit noch zu wenig Relevanz bekommt. (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Tourismusforscherin der Hochschule Heilbronn erklärt

Reisetrends: Warum all-inclusive boomt und es an Nachhaltigkeit fehlt

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Alice Robra

Die Inflation beeinflusst viele bei der Reisebuchung, auch nachhaltige Reiseangebote entwickeln sich erst, sagt Tourismusexpertin Martina Shakya von der Hochschule Heilbronn.

Die Tourismusbranche ist trotz Inflation für 2023 zuversichtlich gestimmt. Es gebe nach der Corona-Pandemie immer noch Nachholbedarf und Ersparnisse, beobachtet die Tourismusforscherin Martina Shakya, Professorin an der Hochschule Heilbronn. Dabei sei All-inclusive-Urlaub stark nachgefragt. Nachhaltigkeit sei dagegen nicht so relevant bei der Buchungsentscheidung - dazu fehle es aber auch vor allem an nachhaltigen Angeboten, so die Forscherin weiter.

"Ich glaube, dass man in diesen Krisenzeiten dazu neigt, Themen wie Nachhaltigkeit zu verdrängen."

Die Professorin hofft auf ein Umdenken bei den Anbietern, sodass diese zeigen, wie nachhaltig ihr Angebot ist. Nischenanbieter würden teilweise schon Berechnungstools anbieten.

Reisetipps in der Nähe von Heilbronn

Der Pandemie-Trend, zu Hause die Region zu erforschen, bleibe wohl nicht. Dabei hätten sich durch den Aufschwung viele regionale Anbieter noch besser aufgestellt und zum Beispiel auf nachhaltige Energieversorgung umgestellt, sagt Martina Shakya.

"Raus in die Natur - das ist mein Tipp."

Im Landkreis Heilbronn, im nördlichen Württemberg, im schwäbischen Wald und Schwarzwald gebe es unglaublich viele gute Angebote mit Hotels und Resorts, so Shakya. Dazu kämen noch die drei Naturparks in der Region: Neckartal-Odenwald, Stromberg-Heuchelberg und Schwäbisch-Fränkischer Wald. In der Pandemie hätte es hier "Over-Tourism" gegeben, diese Überzahl an Touristen hätte sich jetzt aber gelegt.

Metaverse - der Reisetrend?

Virtuell über ein Kreuzfahrtschiff flanieren oder sich Madrids Plätze mit einer Reiseführerin vom Sofa aus anzuschauen - diese Erlebnisse versprechen virtuelle Angebote, Stichwort Metaverse. Wird das virtuelle Reisen an Orte dieses Jahr attraktiv? Die Professorin hält diese Angebote gut geeignet für die Inspirationsphase, aber nicht als Ersatz fürs echte Aufbrechen in die Fremde. Es werde den realen Tourismus eher ankurbeln, als Reisen zu ersetzen, meint sie.

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