Ein Reisebus ist bei Hölzern (Landkreis Heilbronn) vollständig ausgebrannt. (Foto: SWR)

Reisegruppe mit Schrecken davon gekommen

Ausgebrannter Reisebus: Feuerwehr zu Gefahren im Tunnel

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Auf der A81 ist im Kreis Heilbronn ein Reisebus ausgebrannt. Alle Insassen konnten sich retten - kurz vor dem Tunnel kam der Bus zum Stehen. Die Feuerwehr klärt über Gefahren auf.

Nach Informationen der Polizei war der Reisebus am Mittwochabend auf der A81 kurz vor dem Tunnel Hölzern bei Eberstadt-Hölzern wegen eines technischen Defekts in Vollbrand geraten. Der Bus war in Richtung Würzburg unterwegs. Während der Fahrt war wohl Öl ausgelaufen und entzündete sich im hinteren Bereich. Alle 48 Reisenden - eine Seniorengruppe aus Bayern - konnten sich unverletzt ins Freie retten. Der Schreck bei den Insassen sitzt immer noch tief.

Autofahrer, die Augenzeugen des Brandes wurden, griffen teils selbst beherzt ein. Ein Fahrer schilderte dem SWR, er habe "die Leute teilweise über die Leitplanke rübergelupft" und so weg von der Straße in Sicherheit gebracht.

Brand schnell unter Kontrolle

Dort wurde die Seniorengruppe dann vom Technischen Hilfswerk (THW) mit Getränken versorgt. Das Feuer konnte schnell gelöscht werden. Die Einsatzkräfte hätten gut zusammengearbeitet, sagte der Weinsberger Feuerwehrkommandant Heiko Frank dem SWR.

300.000 Euro Schaden

Die Insassen wurden schließlich mit einem Ersatzbus des Reiseunternehmens abgeholt. Die Autobahn war zwischen Kreuz Weinsberg und Neuenstadt am Kocher in Richtung Würzburg bis gegen zwei Uhr früh gesperrt. Den entstandenen Schaden schätzt die Polizei auf rund 300.000 Euro. Brandursache war laut Polizei ein technischer Defekt.

Besondere Gefahren bei Brand im Tunnel

Die Feuerwehr Weinsberg weist aufgrund des Vorfalls kurz vor dem Tunnel Hölzern auf die besonderen Gefahren eines Brandes in einem Tunnel hin. Sie ist für mehrere Tunnel zuständig und wird als sogenannte Tunnelfeuerwehr daher speziell geschult und ausgerüstet, wie Feuerwehrkommandant Heiko Frank dem SWR sagte. Die besondere Herausforderung sei letztendlich die Hitze, die Wasserversorgung und der Rauch.

"Der Rauch ist das Extreme. Die Tunnelröhre ist wie ein Kamin, wo der Rauch dann relativ schnell wandert."

Die Feuerwehr Weinsberg ist daher mit speziellen Atemschutzgeräten ausgerüstet, mit denen die Feuerwehrleute länger mit Sauerstoff versorgt werden und im Einsatz bleiben können. Zudem greift bei einem Brand in einem Tunnel ein Sonderalarmplan, der unter anderem vorsieht, dass gleich mehrere Feuerwehren im Umkreis alarmiert werden. Aufgrund der besonderen Gefahren rät der Weinsberger Feuerwehrkommandant Autofahrern, im Brandfall möglichst vor dem Tunnel zu halten oder wenn das Tunnelende absehbar ist nach Möglichkeit noch aus dem Tunnel auszufahren. 

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