Bunter Regenschirm im Regen.  (Foto: Getty Images, SWR)

Örtlicher Regen und Wind in Heilbronn-Franken

Drohendes Unwetter ausgeblieben

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Der Deutschem Wetterdienst hatte ein mögliches Unwetter in Heilbronn-Franken vorhergesagt - das blieb aus. Bei Polizei und der Berufsfeuerwehr Heilbronn gingen keine Meldungen ein.

Örtlich regnete es in Heilbronn-Franken, teilweise war es etwas windig. Es gab keinerlei Meldungen in der Nacht, hieß es bei der Heilbronner Feuerwehr. Es sei im gesamten Landkreis ruhig gewesen. Auch bei den Polizeipräsidien gingen keine Unwetter-Meldungen ein.

Gärtnereien und Landwirte waren trotzdem vorbereitet, wie immer, wie es nahezu einstimmig hieß. "Wer in der Natur arbeitet, muss auch mit der Natur arbeiten", so fasste Gärtnermeister Klaus Umbach aus Heilbronn die Situation zusammen. Zwar könne man das Wetter nicht beeinflussen, aber sich auf extreme Wetterereignisse vorbereiten, das gehe auf jeden Fall.

Schon beim Bau sollte Wetter berücksichtigt werden

Die Vorbereitung auf Starkregen, Sturm und Hagel fängt bei Gärtnereien schon bei der Planung und der Wahl des Standortes an. So hat bereits der Vater von Klaus Umbach die Familiengärtnerei in einer Art Tal angelegt. "Damit haben wir schon einen gewissen Windschutz", so Klaus Umbach.

Klaus Umbach präsentiert seine Blumen (Foto: SWR)
Klaus Umbach, Gärtnermeister aus Heilbronn (Archiv)

Doch auch andere Faktoren spielen eine Rolle: die Bodenbeschaffenheit und eventuelle Neigungen. Gerade bei Starkregen kommt viel Wasser gar nicht bei den Pflanzen an, sondern fließt anderweitig ab. Umbachs Gärtnerei ist so angelegt, dass Starkregen ungehindert abfließen und in Zisternen gesammelt werden kann. Das Unwetter hat also auch seine guten Seiten.

Versicherung für Gewächshäuser und Pflanzen  

Gerade Hagel ist aber ein echter Pflanzen-Killer. Vor allem immer größer werdende Hagelkörner können für einen Gärtnerei-Betrieb die Zerstörung der Existenz bedeuten. Daher gibt es seit rund 170 Jahren eine spezielle Versicherung, in deren Aufsichtsrat auch Klaus Umbach als Gärtner sitzt.

"Wir sind eine Solidargemeinschaft, bei der am Ende keiner Geld verdient. Wir wollen uns gegenseitig helfen, denn solche Naturkatastrophen sind nicht kalkulierbar."

Die Versicherung agiert international, so sind beispielsweise auch Vulkanismus oder Lawinenschäden abgedeckt. Entsprechend hoch seien die Beiträge, so Umbach. Doch sollte eine Gärtnerei, beispielsweise aufgrund starken Hagels, zerstört sein, sei garantiert, dass "alles wieder so aufgebaut wird, wie es war." Dank der Versicherung wird Klaus Umbach heute Nacht gut schlafen können, sagt er. "Wenn es dann an den Rollläden klappert und scheppert, wird man natürlich schon wach, aber gar nicht schlafen ist auch keine Lösung."

Blumenampeln in der Gärtnerei Umbach (Foto: SWR)
Die Deutsche Gartenbauversicherung deckt vor allem Hagelschäden an Pflanzen und Gewächshäusern ab (Archiv)

Spezielle Kulturen, die besonders anfällig für Hagelschäden sind, pflanzen er und seine Kolleginnen und Kollegen schon von vornherein in Gewächshäusern an.

Landwirte und Obstbauern setzen auf Netze

Eine ähnliche Versicherung gibt es für Landwirte, beide gingen aus der ursprünglichen Hagelversicherung hervor. Vor Hagel schützen beim Obstbauern Fritz Lösch in Pfedelbach (Hohenlohekreis) sogenannte Hagelnetze die Pflanzen und Früchte. Diese sind in der Branche üblich, bestätigt auch Andreas Frank, Obstbauer aus Weinsberg (Kreis Heilbronn).

Ein Winzer überprüft  in seinem Weinberg die Spannung der Hagelschutznetze über den Trieben der Weinstöcke.  (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / dpa | Rolf Haid)
Hagelnetze sollen vor Unwetterschäden schützen (Symbolbild) picture alliance / dpa | Rolf Haid

Frank baut unter anderem Erdbeeren an. "Die sind bei uns im Kanal", sagt er. Das hilft bei Hagel und Starkregen. Er hoffe darauf, dass der Wind nicht zu stark wird. Denn der kann auch die befestigten Erdbeerkanäle wegblasen und die Pflanzen und Früchte dem Hagel aussetzen.

Tipps für den heimischen Garten

Wie auch in den Gärtnereien sollte man zuhause besonders zarte und empfindliche Pflanzen im besten Fall nach drinnen holen, beispielsweise in die Garage, ein Gewächshaus oder den Wintergarten.

Aber auch für große Topfpflanzen, wie Oleander, gibt es einen einfachen Tipp von der Baumschule Schimmele in Neckarsulm (Kreis Heilbronn): "Den Topf einfach umlegen". Der Pflanze sollte zumindest das Umlegen nicht schaden und der Topf bleibt intakt. Gerade wenn es sich um große Pflanzen handelt oder es in Innenräumen nicht ausreichend Platz gibt, bietet diese Vorsichtsmaßnahme zumindest Schutz vor Sturmschäden.

Wer Erdbeer- oder Himbeerbüsche zuhause hat, kann feinmaschige Netze darüber spannen, rät Andreas Frank. Das mindere die Hagelschäden, denn ganz vermeiden, wie durch die professionellen Hagelnetze, lassen die sich im heimischen Garten nur schwer.

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