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Grüne und CDU haben sich auf Koalitionsverhandlungen geeinigt. Vertreterinnen und Vertreter beider Parteien aus der Region bewerten das positiv, die SPD ist enttäuscht.

Die wiedergewählte Heilbronner Grünen-Abgeordnete Susanne Bay geht davon aus, dass die Sondierungskommission ihrer Partei die CDU "auf Herz und Nieren geprüft" hat. In Sachen Klimaschutz müsse Baden-Württemberg vorankommen, so Bay. In der zurückliegenden Legislaturperiode habe es mit der CDU einige Differenzen gegeben. Doch der Auftrag der Wähler sei klar: Baden-Württemberg müsse mehr für den Klimaschutz tun.

"Unser Wahlprogramm wurde mit deutlicher Mehrheit gewählt und deshalb ist klar, dass das die Eckpunkte unserer Politik sein müssen."

Strobl: "Guter Tag für Baden-Württemberg"

Der heutige Tag sei ein "guter Tag für Baden-Württemberg", sagte der Heilbronner CDU-Verhandlungsführer Thomas Strobl. Die Sondierungsgespräche hätten gezeigt, Grüne und CDU hätten eine gemeinsame Idee für Baden-Württemberg.

"Wir haben die Chance, als Klimaschutzland voranzugehen und Vorbild für Deutschland und Europa zu sein. Wir wollen in einem guten Klima viel fürs Klima tun."

Thomas Strobl (CDU)

Die CDU müsse sich beim Thema nicht verbiegen, die Bewahrung der Schöpfung sei ein Kernthema der CDU. Wirtschaft und Klimaschutz seien für ihn zwei Seiten der gleichen Medaille. Ökologie und Ökonomie müsstendeshalb in der kommenden Legislaturperiode miteinander verbunden werden. In die Koalitionsverhandlungen gehe man deshalb gelassen und zuversichtlich.

Reinhart: "Auf gemeinsame Zusammenarbeit aufbauen"

Der Tauberbischofsheimer CDU-Abgeordnete und Landtagsfraktionsvorsitzende Wolfgang Reinhart sprach davon, dass die Koalition auf der gemeinsamen Erfahrung und Zusammenarbeit aufbauen könne. Seine Fraktion habe deswegen ebenfalls geschlossen den Koalitionsverhandlungen zugestimmt.

SPD spricht von "verpasster Chance"

Der für die SPD im Landkreis Neckarsulm in den Landtag gewählte Abgeordnete Klaus Ranger sprach hingegen von einer "verpassten Chance", dass sich Winfried Kretschmann gegen ein Bündnis mit seiner Partei und der FDP entschieden habe.

"Wir sind der Meinung, dass wir gewisse Dinge, bei denen Stillstand geherrscht hat, hätten gemeinsam anpacken können."

Klaus Ranger (SPD), Landtagsabgeordneter Neckarsulm

Er glaube nicht, dass wichtige Punkte des SPD-Wahlprogramms wie kostenfreie Kitas oder das 365-Euro-Ticket nun umgesetzt würden, sagte Ranger.

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