Am Mittwoch hat am Heilbronner Landgericht der Prozess gegen einen Mann begonnen, der einen Sicherheitsmitarbeiter einer Disko in Leingarten (Kreis Heilbronn) mit einem Pflasterstein lebensgefährlich verletzt haben soll. (Foto: SWR)

Opfer leidet noch immer unter schweren Verletzungen

Pflasterstein-Attacke: Angeklagter war stark alkoholisiert

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Jan Arnecke

Im Prozess um versuchten Totschlag mit einem Pflasterstein haben der Angeklagte und das Opfer ausgesagt. Eventuell ist der mutmaßliche Täter nur eingeschränkt schuldfähig.

Im Oktober 2022 soll ein 29-Jähriger einen Securitymitarbeiter einer Disco in Leingarten (Kreis Heilbronn) mit einem Pflasterstein lebensgefährlich verletzt haben. Seit Mittwochmorgen muss er sich daher wegen versuchten Totschlags vor dem Landgericht Heilbronn verantworten. Das Opfer leide immer noch unter den Verletzungen. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft könnte der Angeklagte aber nur vermindert schuldfähig sein.

SWR-Reporter Timo Leiß war beim Prozessbeginn vor Ort:

Angeklagter zum Tatzeitpunkt stark alkoholisiert

Der 29-jährige Angeklagte hat zu Beginn des Prozesses die Tat eingeräumt. Er gab allerdings an sich nur lückenhaft an den Abend erinnern zu können, da er stark alkoholisiert gewesen sei. Daher geht die Staatsanwaltschaft von einer eingeschränkten Schuldfähigkeit aus.

Streit in der Disco führte letztlich zur Tat

Der Angeklagte habe mit einer Gruppe von Freunden in der Disco mehrere Flaschen Whisky bestellt. Es soll dann zu einem Streit mit einer weiteren Gruppe gekommen sein. Beide Gruppen wurden von dem Sicherheitsmitarbeiter aus der Disco geworfen. Wohl weil der Security einen Freund des Angeklagten festgehalten habe, soll dieser dann mit einem zwei Kilogramm schweren Pflasterstein auf ihn geworfen haben. Davon geht das Gericht aus. Auch an den Grund für den Steinwurf könne sich der Angeklagte allerdings nicht erinnern, gab dieser zu Protokoll.

Opfer leidet noch immer unter Verletzungen

Der Sicherheitsmitarbeiter sagte aus, er leide noch immer untern den schweren Verletzungen, habe immer wieder starke Kopfschmerzen. Er hatte sich unter anderem eine offene Schädelfraktur zugezogen. Auf der Stirn prangt eine große Narbe. Der Angeklagte entschuldigte sich bei dem Sicherheitsmitarbeiter. Im Prozess sollen insgesamt sechs Zeugen und zwei Sachverständige gehört werden. Ein Urteil könnte Ende April fallen.

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