Prozessbeginn Amtsgericht Heilbronn. Angeklagter soll Frau aus Geldsorgen mit Hammer niedergeschlagen haben. (Foto: SWR)

Drei Jahre und drei Monate Haft für Eppinger wegen schwerer Körperverletzung

Heilbronner Amtsgericht verhängt Haftstrafe: Ehefrau aus Geldsorgen mit Hammer niedergeschlagen und angeschossen

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Vor dem Heilbronner Amtsgericht ist ein Mann aus Eppingen zu drei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt worden. Aus Geldsorgen wollte er seine Frau und sich selbst töten.

Mitte März hatte der 67-Jährige in der gemeinsamen Wohnung in Eppingen (Kreis Heilbronn) versucht, seine Frau mit zwei Hammerschlägen auf den Kopf zu betäuben, was misslang. Dann löste sich ein Schuss aus einer Vorderlader-Pistole, die der Mann offenbar legal besaß. Die Kugel durchschlug den Oberschenkel der Ehefrau, sie flüchtete ins Bad und rief ihrem Mann zu, dass sie am Leben bleiben wolle. Dieser fuhr sie ins Krankenhaus und wurde kurz darauf von der Polizei festgenommen. Der Verurteilte gestand die Tat vor Gericht und zeigte Reue. Seine Frau verzieh ihm nach eigenen Angaben.

Die Verteidigung hatte zwei Jahre Bewährung für den Rentner aus Eppingen gefordert, die Staatsanwaltschaft drei Jahre und drei Monate Haft. Laut Gericht gebe es viele Gesichtspunkte, die für den Mann sprechen würden. Nichtsdestotrotz seien die von der Staatsanwaltschaft geforderten drei Jahre und drei Monate angemessen, weil die Tat, die er ausführte, schwerwiegend sei. Darüber könne das Gericht nicht "hinweg huschen", nur weil sich Eheleute einig seien und sich lieben, so der Richter.

Verurteilter gibt Tat zu und zeigt Reue

Beim Prozessauftakt in Heilbronn bestätigte der Eppinger die Anklage. So habe er das auch direkt bei der Polizei ausgesagt. Der Mann zeigte sich kooperativ und wirkte gefasst. Die Tat empfinde er selbst im Nachhinein als "Schnapsidee".

"Ich habe die pure Verzweiflung in den Augen gesehen bei meinem Mann."

Der Verurteilte saß seit der Tat Mitte März in Untersuchungshaft. Auf die Frage, ob er glaube, dass er zurecht im Gefängnis ist, bejahte der Angeklagte. "Es gibt ja nix Schlimmeres, als die eigene Frau so anzugreifen", sagte er. Seine 63-jährige Frau wiederum sagte vor Gericht, sie habe ihrem Mann die Tat verziehen.

"Mein Mann war 35 Jahre lang der beste Ehemann, der mir alles ermöglicht hat, vielleicht sogar zu viel […] So schlimm alles ist, ich liebe ihn, ich habe ihm voll und ganz verziehen und möchte nur wieder mit ihm zusammen sein."

Erhoffter Lotto-Gewinn blieb aus

Der Verurteilte war Alleinverdiener in der Ehe, er habe immer gut verdient und sei auch privat versichert gewesen. Da das Geld dennoch nicht mehr reichte, habe er es mit Lotto versucht. Kurz vor der Tat habe es eine Lotto-Ziehung gegeben, bei der er beinahe 100.000 Euro gewonnen hätte, nur eine Zahl sei falsch gewesen. Dieser Umstand sei zu den finanziellen Sorgen hinzugekommen, sodass er seinen Plan gefasst habe.

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