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In Heilbronn haben sich rund 1.000 Menschen zu einer Kundgebung für den Erhalt des Knorr-Standorts versammelt. Die Belegschaft protestiert gegen die drohende Schließung durch den Mutterkonzern Unilever.

Die Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG) fordert den Mutterkonzern Unilever auf, mögliche Schließungspläne vom Tisch zu nehmen. Bereits am Samstagvormittag haben sich rund 600 Knorr-Mitarbeiter an einem Protestzug durch die Heilbronner Innenstadt beteiligt. Mitarbeiter, ihre Angehörigen und auch ehemalige "Knorrianer" sind auf die Straße gegangen. Der Heilbronner Oberbürgermeister Harry Mergel (SPD) hat den Demonstrationszug vom Firmenstandort in die Innenstadt mit angeführt.

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"Mensch vor Marge - Solidarität"

Das Motto des Protestmarsches lautete "Mensch vor Marge - Solidarität". Zur Kundgebung auf dem Kiliansplatz kamen rund 1.000 Menschen. Zu den Rednern bei der Kundgebung gehörte auch Mergel.

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"Dort werden wir mit den Rednern und dem NGG-Landesvorsitzenden Uwe Hildebrand, den Menschen Mut zusprechen und natürlich auch gegen diese Schließungspläne vehement vorgehen. Es kann nicht sein, dass ein Traditionsstandort, der über 180 Jahre in Heilbronn besteht, reinen Gewinnmargen zum Opfer fällt."

Frank Meckes, NGG-Sprecher

Seit Oktober ist die Zukunft ungewiss

Der Unileverkonzern hatte die Heilbronner Belegschaft im Oktober über eine mögliche Aufgabe des Traditionsstandorts informiert. Nur mit radikalen Veränderungen könne der Standort gehalten werden, so ein Unternehmenssprecher. Seit Bekanntwerden der drohenden Schließung haben sich bereits viele für den Standort stark gemacht.

Oberbürgermeister Harry Mergel spricht bei der Kundgebung (Foto: SWR, Jens Nising)
Oberbürgermeister Harry Mergel (SPD) bei der Kundgebung auf dem Heilbronner Kiliansplatz Jens Nising

"Natürlich liegt mir diese Firma emotional sehr am Herzen. Aber ich habe auch die Hoffnung, dass wir in diesem Fall zu einer guten Lösung kommen, die durchaus eine Perspektive für den Standort bietet. Und ich will meinen Teil dazu beitragen, auch vor allem den Mitarbeitern signalisieren, wir sind solidarisch mit euch, Heilbronn unterstützt Knorr und die Knorr-Mitarbeiter in ihrem Kampf."

Harry Mergel, Heilbronner Oberbürgermeister

Online-Petition der NGG

Der Mutterkonzern Unilever fordert radikale Maßnahmen, da die Kosten in Heilbronn zu hoch seien. Im ersten Quartal des kommenden Jahres will er entscheiden, ob und wie es weitergeht, laut Gewerkschaft NGG liegen die Schließungspläne auf dem Tisch. Betriebsrat und Gewerkschaft haben unterschiedliche Maßnahmen getroffen. Kampflos wolle man das Werk in Heilbronn nicht aufgeben, so Betriebsrat Thilo Fischer. Mit dem Aus für Knorr würde eine 180-jährige Heilbronner Firmentradition zu Ende gehen. Eine Online-Petition dagegen haben nach Gewerkschaftsangaben inzwischen rund 7.000 Menschen unterschrieben.

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