Ein Coronavirus in einer Sporthalle. Symbolbild. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa/CDC | Alissa Eckert;Dan Higgins (Virus); picture alliance/dpa | Rolf Vennenbernd (Halle); Montage SWR)

Von Corona-Infektionen, Spielabsagen und Einnahmeverlusten

Corona und der Profi-Sport: Wie die Pandemie die Vereine in Heilbronn-Franken belastet

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Die Corona-Pandemie trifft auch den Profisport in Heilbronn-Franken. Wenn die eigene Mannschaft nicht von Infektionen betroffen ist, dann ist es vielleicht die gegnerische. Kein Wunder - die Einnahmen sinken.

Nach zwei Jahren Pandemie ist von Entspannung nichts zu spüren. Die Infektionszahlen steigen immer wieder an und die Regelungen zur Pandemiebekämpfung bleiben weiter hart. Das bekommt auch der Profisport zu spüren.

Jüngstes Opfer der Pandemie? Die Heilbronner Falken.

Die Eishockey-Mannschaft Heilbronner Falken hat es zuletzt direkt getroffen. Insgesamt 14 positive Corona-Fälle, darunter zehn Spieler, ein Trainer, zwei Betreuer und ein weiterer Mitarbeiter. Wegen des engen Kontakts untereinander und des regelmäßigen Trainings, mussten auf Anordnung des Heilbronner Gesundheitsamtes alle Spieler und Kontaktpersonen in Quarantäne, obwohl diese fast alle bereits eine Booster-Impfung erhalten hatten.

Heilbronn

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Drei Spiele mussten abgesagt werden und die zehn infizierten Spieler werden wohl noch mindestens bis zum 4. Februar ausfallen, so Interims-Geschäftsführer Timo Ruf.

"Die Gesundheit der Spieler geht natürlich in jedem Fall vor. Da wird individuell geschaut, wie es denen jetzt nach der Infektion geht."

Die "Return to play"-Phase, ein Wiedereinstiegsprogramm für die Sportler, sei wichtig, so Ruf. Diese dauert mindestens eine Woche; es wird zwar trainiert, aber für den aktiven Spielbetrieb sind die betroffenen Spieler gesperrt.

Regelmäßige ärztliche Untersuchungen und ein leichter Einstieg ins Training sollen Langzeitfolgen und im schlimmsten Fall Herzmuskelentzündungen vermeiden.

Handballerinnen der Sport-Union Neckarsulm weiter lahmgelegt

Währenddessen geht seit Anfang Januar auch bei den Handballerinnen der Sport-Union Neckarsulm nichts mehr. Über 50 Prozent des Kaders der Zweitligistinnen waren an Corona erkrankt – Omikron, wie sich später herausstellte. Demnach war ein "Freitesten" von der Quarantäne auch erst nach zehn Tagen möglich. Und auch hier werden die wieder genesenen Spielerinnen erst einmal wieder langsam ans Training herangeführt.

"Im Januar mussten wir drei Spiele absagen, eins davon wäre diese Woche nachgeholt worden. Aber auch aktuell sieht es so aus, als ob wir dieses und das darauffolgende Spiel noch nicht wieder spielfähig sind."

Neckarsulm

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Auch Crailsheim Merlins Spiele abgesagt

Auch bei den Basketballern der Hakro Merlins aus Crailsheim musste der Anpfiff jetzt schon zweimal ausfallen. Einmal in der Liga gegen Bamberg und auch im Europe-Cup gegen die Italiener Unahotels Reggio Emilia. Und da zeigt sich die andere Seite: Denn bei den Merlins gibt es aktuell keine positiven Corona-Fälle. Dafür aber beim jeweiligen Gegner.

"Wenn wir jetzt einfach die Saison absagen würden, da könnten auch Vereine einfach dran kaputt gehen. Das will man natürlich verhindern."

Zu viele Involvierte, um Saison abzubrechen

Die Saison abbrechen, das kommt allerdings nicht in Frage, auch wenn sich in allen Bereichen des Profisports die Infektionen und Spielabsagen häufen, erklärt Merlins-Pressesprecher Andre Ufer. "Da hängt ein ganzer Rattenschwanz dran", sagte er im Gespräch mit dem SWR Studio Heilbronn. Denn nicht nur Spieler und Trainer seien betroffen, das ziehe auch einen immensen organisatorischen Aufwand nach sich, genauso blieben finanzielle Folgen nicht aus, sagte er.

Die Regelungen, um den Spielbetrieb auch in dieser Ausnahmesituation aufrecht erhalten zu können, seien also durchaus sinnvoll, ergänzt Ufer. Man versuche die Spieler bestens zu schützen, private Sozialkontakte gebe es quasi nicht mehr. Das System scheint aber erfolgreich zu sein, bisher hatten die Merlins nur einen einzigen Corona-Fall in den eigenen Reihen zu vermelden.

Finanzielle Einbußen bei den Red Devils

Die Folgen, die mit Wettkampfabsagen, aber auch mit den aktuell geltenden Corona-Regeln einhergehen, die kennt man auch bei den Ringern der Red Devils aus Heilbronn. "Ich will im Vorfeld nicht groß tönen, das gehört sich auch nicht aus Respekt vor dem Gegner. Aber für das Halbfinale [um die deutsche Meisterschaft] sieht es gut aus", meint Andreas Sadri, Geschäftsführer der Red Devils.

Da wären sicherlich viele Besucher gekommen, schließlich sei es erst das zweite Halbfinale, seit Einzug in die Bundesliga, erklärt er weiter. Mit maximal 500 Plätzen, die nach den geltenden Vorschriften besetzt werden dürften, geht da aber auch einiges an Einnahmen flöten.

"Mit der aktuellen Situation, mit Maskenpflicht, Tests et cetera, haben die Leute aber auch das Interesse verloren, wirklich vor Ort zu sein. Da kann es sein, dass man die maximale Kapazität, die ohnehin schon minimiert ist, gar nicht voll bekommt. Das sind immense finanzielle Einbußen."

Ringer aus Heilbronn in "surrealer Situation"

Für ihn sind die Bilder, die sich in den Hallen bieten, surreal.

"Die Ringer laufen mit Maske durch die Halle, überall Abstand, aber beim Kampf, wenn sie dicht an dicht sind, dann braucht es keine Maske – surreales Bild."

Dennoch habe man auch bei den Red Devils Verständnis für die Vorgaben, setze alles daran die Regeln konsequent umzusetzen und auch die Spieler zu schützen. Schließlich darf man noch aktiv sein, die Hallen und Stadien wieder schließen zu müssen, für alle Vereine aus der Region gäbe es nichts Schlimmeres.

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