blaues Schild Polizeipräsidium Heilbronn (Foto: SWR)

Beitrag zu einer der sichersten Regionen im Land geleistet

Hans Becker: Steile Karriere zum Heilbronner Polizeipräsidenten

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Polizeipräsident des Heilbronner Präsidiums, Hans Becker geht Ende des Jahres in den Ruhestand. Er leistete einen Beitrag die Region zu einer der sichersten im Land zu machen.

Nach 48 Jahren im Polizeidienst geht Hans Becker, Polizeipräsident im Heilbronner Präsidium, in den Ruhestand. 1974 mit mittlerer Reife gestartet, ist er 2017 zum Polizeipräsidenten ernannt worden. Geplant war diese Karriere zu Beginn seiner Laufbahn bei der Polizei keineswegs, erzählt er im SWR-Interview.

"Damals war geplant, ich möchte Polizeibeamter werden, ich möchte Streife fahren, ich möchte klassisches Polizeigeschäft machen. Und das war es dann auch."

Region zu einer der sichersten im Land gemacht

Becker war ab 2014 bereits Vizepräsident im Heilbronner Präsidium, dem flächenmäßig größten in Baden-Württemberg. Zuvor hatte er schon leitende Funktionen in Karlsruhe, Mosbach (Neckar-Odenwald-Kreis) und Heidelberg inne. Besonders herausfordernde Aufgaben seien beispielsweise Anfang der 2000er-Jahre Versammlungen gewesen oder als er an der Polizeireform maßgeblich mit beteiligt war, so Becker.

Gebäude Polizeipräsidium in Heilbronn (Foto: SWR)
Polizeipräsidium in Heilbronn, bisheriger Arbeitsplatz von Hans Becker.

In den vergangenen fünf Jahren als Polizeipräsident sei Becker besonders Stolz, die Region zu einer der sichersten in Baden-Württemberg gemacht zu haben. Beispielsweise sei das Problem mit Wohnungseinbrüchen etwa 2015/2016 besonders gut eingedämmt worden mit hohen Aufklärungsquoten.

"Ich hatte auch das Glück, die richtigen Kollegen zu finden, die sich mit voller Motivation hineingestürzt haben."

Polizei erfährt weniger Respekt

Es gibt mehr Respektlosigkeit", sagt Hans Becker. Nicht nur bei einer Demonstration, sondern auch im Alltäglichen habe sich etwas verändert in den vergangenen fünf Jahren. Beamtinnen und Beamten werden häufiger angegangen und respektlos behandelt, so Becker. Leider gebe es auch einen stetigen Zuwachs von Gewalt gegen Polizeibeamte. Insgesamt sei der Respekt gegenüber staatlichen Funktionen gesunken und das spüren Polizeibeamte eben meist zuerst.

Becker fordert mehr Aufklärung

In Kindergärten und Schulen gibt es zwar bereits Präventionsprojekte, bei denen auch erklärt werde, welche Funktionen es im Staat gebe und welche die Polizei wahrnehme. Damit Polizeibeamte wieder mehr als Respektsperson wahrgenommen werden, brauche es jedoch deutlich mehr als eine einmalige Veranstaltung, dabei müssten auch Eltern, Erzieher und sonstige Kontaktpersonen mithelfen.

Endlich selbstbestimmt im Ruhestand

Becker gebe sich im Ruhestand erst einmal ein halbes Jahr Zeit, auch um nach den vielen Jahren im Polizeidienst wieder selbstbestimmter zu leben. Seine große Familie, Skatspielen oder sein Engagement im Gemeinderat seien aber weiterhin eine Beschäftigung. Und ob er dann noch mal etwas Festes machen werde, beispielsweise im sozialen Bereich, das werde er sich dann noch überlegen.

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SWR