Urteil am Landgericht Heilbronn für versuchten Totschlag Lange Haftstrafe: Mit Stahlnadel auf Ehefrau losgegangen

Das Landgericht Heilbronn hat einen Mann wegen versuchten Totschlags zu siebeneinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Er war auf seine Ehefrau losgegangen.

Das Schild vom Heilbronner Landgericht (Foto: SWR, Uli Jürgens)
Der Mann wurde am Landgericht zu siebeneinhalb Jahren Haft verurteilt Uli Jürgens

Der 42-jährige Angeklagte hatte im März auf offener Straße seine Ehefrau umbringen wollen. Wie von Sinnen muss er laut Anklage mit einer Handwerker-Stahlnadel auf seine Partnerin losgegangen sein und sie schwer verletzt haben. Passanten konnten den Mann stoppen.

Vorwürfe vor Gericht zu spät eingeräumt

Siebeneinhalb Jahre muss er dafür ins Gefängnis - auch deshalb weil der 42-jährige erst spät, nachdem die erdrückenden Beweise auf dem Tisch lagen, ein umfassendes Geständnis abgelegt hatte. Hätte er die Vorwürfe früher eingeräumt, wäre eine weitere Strafmilderung möglich gewesen, so der Vorsitzende Richter in seiner Urteilsbegründung.

Der Mann ging laut Gericht gegen seine von ihm getrennt lebende Ehefrau vor, weil sie ein selbstbestimmtes Leben führen wollte, was nicht ins Weltbild des Angeklagten passte. Man könne hier die eigene Kultur leben, habe aber auch das Grundgesetz und die Gleichberechtigung zu achten, so der Vorsitzende Richter.

Richter legt Therapie im Gefängnis nahe

Das Gericht würdigte zwar, dass der Mann sich im Gerichtssaal für seine Taten entschuldigt hatte - riet ihm, im Gefängnis an seinem Verhalten zu arbeiten und eine Therapie zu machen. So solle er den Unterschied zwischen Liebe und Besitzdenken lernen, hieß es.

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