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Im Stadt- und Landkreis Heilbronn ist die Pflegebedürftigkeit stark angestiegen. Das teilte die AOK-Bezirksdirektion Heilbronn-Franken mit und bezieht sich auf ihre eigenen Daten.

Immer mehr Menschen, vor allem Ältere, brauchen Pflege. Das berichtet die AOK Baden-Württemberg. Demnach stieg von 2014 bis 2018 der Anteil der Pflegebedürftigen in der Stadt Heilbronn um 5,2 Prozent und im Landkreis um 4,5 Prozent. Fast 11.000 AOK-Versicherte haben im Jahr 2018 in beiden Kreisen demnach Pflegeleistungen erhalten.

Menschen werden älter

Wesentliche Ursachen sind laut AOK der demografische Wandel und die höhere Lebenserwartung. Bei den Hochbetagten ab einem Alter von 85 Jahren beziehen zwei von drei Versicherten Pflegeleistungen. Die Pflegeversicherung gibt es seit 1995.

"Im Vergleich zum Jahr 1995 haben sich die Rahmenbedingungen jedoch geändert. Daher muss geprüft werden, ob die Pflegeversicherung den heutigen Bedürfnissen noch gerecht wird und ob das Finanzierungsmodell noch tragfähig ist."

Michaela Lierheimer, AOK-Bezirksdirektion Heilbronn-Franken

Erleichterung für Betroffene und Angehörige

"Die Leistungen der sozialen Pflegeversicherung schaffen spürbare Erleichterung von den Belastungen, die durch eine Pflegebedürftigkeit sowohl für den betroffenen Menschen selbst, als auch für seine Angehörigen entstehen", sagt Michaela Lierheimer, Geschäftsführerin der AOK-Bezirksdirektion Heilbronn-Franken.

Weniger Bürokratie schaffen

Um die Versorgung insgesamt zukunftsorientiert erfolgreich aufstellen zu können, sei eine weitere systematische Verzahnung der Fachgebiete Prävention, Rehabilitation, Pflege und Medizin notwendig. Gleichzeitig sei es erforderlich, die komplizierter werdende Bürokratie abzubauen, verdeutlicht die AOK-Chefin.

Pflege muss finanzierbar sein

"So erfolgreich die Pflegeversicherung bisher war: Eine strukturelle Neuaufstellung ist aufgrund der aktuellen Entwicklungen dringend erforderlich. Die pflegebedingten Kosten müssen für alle Menschen finanzierbar sein – unabhängig davon, ob sie zu Hause, im Betreuten Wohnen oder in einem Pflegeheim wohnen. Pflege darf nicht zu Armut führen", so Michaela Lierheimer.

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