Paketbomben-Prozess am Heidelberger Landgericht (Foto: SWR)

Explosionen bei Lidl und Wild

Paketbomben-Prozess wird fortgesetzt

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Im sogenannten Paketbomben-Prozess sollen nun die letzten Zeugen befragt werden. Der 66-jährige Angeklagte soll mehrere Paketbomben verschickt haben. Eine explodierte in der Lidl-Zentrale in Neckarsulm.

Drei Menschen wurden bei Lidl in Neckasulm (Kreis Heilbronn) bei der Detonation der Bombe Anfang des Jahres verletzt. Vor dem Heidelberger Landgericht sagen jetzt die letzten Zeugen aus - unter anderem am Freitag der Polizist, der federführend den Fall betreut hat. Das bestätigte eine Gerichtssprecherin auf SWR-Anfrage. In der kommenden Woche sollen die Plädoyers gehalten werden. Das Urteil soll in einer Woche fallen.

Einsatzkräfte vor der Lidl-Zentrale (Foto: SWR)
Drei Menschen wurden bei Lidl in Neckasulm (Kreis Heilbronn) bei der Detonation der Bombe verletzt.

Angeklagter nicht die Person, die auf Überwachungsvideo zu sehen ist

Dem 66 Jahre alten Mann wird zur Last gelegt, insgesamt drei Paketbomben an die Lidl-Zentrale in Neckarsulm (Kreis Heilbronn), den Fruchtsaft-Konzentrat-Hersteller ADM Wild in Eppelheim (Rhein-Neckar-Kreis) und den Babynahrungshersteller Hipp im oberbayerischen Pfaffenhofen an der Ilm geschickt zu haben.

Zuletzt hatte ein Anthropologe ausgesagt, es sei fast ausgeschlossen, dass der Angeklagte die gesuchte Person sei, die auf einem Überwachungsvideo einer Postfiliale in Ulm zu sehen ist. Das Gutachten, das die Aussagekraft wichtiger Indizien anzweifelt, war auf Antrag der Verteidigung erstellt worden. Auch die Spurensuche an den Tatorten sei grob fehlerhaft gewesen.

Ulm

Anthropologe Rösing untersuchte Video aus Postfiliale Gutachter: 66-jähriger Ulmer zu "99 Prozent" nicht Paketbomber

Zu 99 Prozent steht im so genannten Paketbomben-Prozess der falsche Angeklagte vor Gericht. Das sagte Anthropologe Friedrich Wilhelm Rösing aus Blaubeuren (Alb-Donau-Kreis) im SWR-Interview.  mehr...

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