Winfried Kretschmann besucht Optima in Schwäbisch Hall (Foto: OPTIMA packaging group GmbH )

100 Jahre alt: Festakt bei Schwäbisch Haller Firma Optima

Ministerpräsident warnt vor wirtschaftlichen Folgen des Ukraine-Krieges

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Das Schwäbisch Haller Unternehmen Optima gibt es seit 100 Jahren. Beim Festakt sprach Ministerpräsident Kretschmann (Grüne). Wegen des Krieges rechnet er mit "Wohlstandsverlusten".

Der runde Optima-Geburtstag ist groß gefeiert worden. Beim Festakt waren tausende Mitarbeiter, Gäste aus Wirtschaft, Politik und Kultur. Die allermeisten online in aller Welt in den 20 nationalen und internationalen Standorten.

Hans Bühler ist in dritter Generation der Chef über ein Unternehmen, das sich auf Verpackungsmaschinen für die Pharma-, Kosmetik- und Konsumgüterindustrie spezialisiert hat. Sein Opa gründete die Firma vor 100 Jahren. Er erkannte die Marktlücke, damals fehlte es an technischen Möglichkeiten Reis, Gries oder Nudeln maschinell zu wiegen und abzufüllen. Optima wurde geboren.

"Es ist ein großartiges Gefühl. Ich durfte schon beim 50-Jährigen Jubiläum dabei sein, damals noch als großer Junge."

Der Baden-Württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann gratulierte zum runden Geburtstag. Auch in der Corona-Pandemie habe das Familienunternehmen gezeigt, welche Power in ihm stecke. Mit Maschinen aus Schwäbisch Hall würden etwa auch Corona-Impfstoffe abgefüllt. In seiner Rede warnte Kretschmann vor den wirtschaftlichen Folgen des Russland-Krieges.

"Gerade den Maschinenbau trifft es, wo wichtige Materialien fehlen und ganze Produktion ins Stocken geraten können und die Energiepreise eben die Produktion verteuern. Wir versuchen gegenzusteuern, wo es geht. Aber der Staat wird da nicht alles abfangen können. Wir müssen mit Wohlstandsverlusten rechnen."

Unternehmer Bühler nennt sich selbst Kaufmann und angelernter Techniker. Das Firmengebäude hinter dem Haller Bahnhof wurde im zweiten Weltkrieg arg in Mitleidenschaft gezogen, doch sein Vater machte weiter.

Glückwunsch vom Wettbewerber

Gerhard Schubert ist 84 Jahre alt, er hat lange Jahre den Verpackungsmaschinenhersteller Schubert in Crailsheim aufgebaut, ein Wettbewerber, der zurückschaut und Optima lobt.

„Ganz toll, wir sind halt Aufbauer, wir bauen was. Unser Land war praktisch sehr arm und dann muss man halt was tun."

Anfang der 60er Jahre zog Optima in einen Neubau im westlichen Industriegebiet von Schwäbisch Hall, bis heute die Firmenzentrale.

Optima in Schwäbisch Hall (Foto: Pressestelle, OPTIMA packaging group GmbH)
Optima in Schwäbisch Hall Pressestelle OPTIMA packaging group GmbH

Und seit dem Jahr 2000 wächst die Fima dazu im Haller Solpark, teilweise sprunghaft. Erst vor zwei Wochen wurde dort ein weiteres, neues Firmengebäude bezogen. Mittlerweile beschäftigt Optima mehr als 2.800 Mitarbeiter an 20 Standorten auf der Welt und die erwirtschaften einen Umsatz von über 420 Millionen Euro.

"Es gab schon immer wieder Schübe würde ich es mal nennen, das hat auch in den 80er Jahren schon enorm geboomt, dann hat es sich wieder ein bisschen normalisiert. Im Moment gerade haben wir wieder so einen Boom, der teilweise allerdings auch coronabedingt ist."

Der Krieg in der Ukraine und die hohen Energiepreise bereiten dem Unternehmenslenker Kopfschmerzen, doch er geht für die Zukunft von weiterem organischen Wachstum aus. Der Fachkräftemangel ist das größte Problem.

"Die Liste der offenen Stellen ist immer noch dreistellig.“

Ex Wirtschaftsminister Walter Döring und die erste Landesbeamtin des Landkreises Schwäbisch Hall, Anil Kübel, lobten den heutigen Weltmarktführer Optima. Man sei sehr froh, so einen "Big Player" hier vor Ort zu haben. Das zeige auch, dass der Landkreis attraktiv für die Wirtschaft sei. Hans Bühler habe eine fantastische Erfolgsgeschichte hingelegt. Der Schwäbisch Haller Oberbürgermeister Daniel Bullinger ließ sich entschuldigen und hat seinen Baubürgermeister Peter Klink zum Festakt geschickt.

"Die Firma Optima hat eine unglaubliche Entwicklung in den letzten hundert Jahren vollzogen. Der globale Player ist für unsere Stadt unheimlich wichtig."

Optima beschäftigt an den insgesamt 20 nationalen und internationalen Standorten über 2.800 Mitarbeiter und erwirtschaftet einen Umsatz von mehr als 420 Millionen Euro.

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