Nosferatu Spinne (Foto: privat)

Mehrere Sichtungen auch in der Region

Nosferatu-Spinne breitet sich aus

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Für Menschen mit Spinnenangst ist das ein Horror-Erlebnis: eine Begegnung mit der Nosferatu-Spinne. Aber sie ist längst in der Region angekommen.

Noch sind es eher Einzelmeldungen, sagt Robert Pfeifle vom NABU Baden-Württemberg, der die Sichtungen der Nosferatu-Spinne kartiert. Aber rund um Heilbronn werden es in den letzten Wochen mehr. Angst müsse aber niemand haben.

Schreck in der Morgenstunde

Susanne Smith aus Ellhofen (Kreis Heilbronn) ist kein schreckhafter Mensch. Aber als sie vor wenigen Tagen morgens in der Küche Kaffee kochen wollte, sah sie am Fensterrahmen diese große Spinne. "Direkt auf Augenhöhe, das hat mich schon ziemlich gegruselt," erzählt sie von ihrem Erlebnis.

"Früh morgens braucht man so was nicht, bevor man den ersten Kaffee getrunken hat."

Sie fing die Spinne ein, bestimmte sie anhand der Zeichnung als Nosferatu-Spinne und meldete den Fund an den NABU Baden-Württemberg

Sichtungen in der Region nehmen zu

Hauptverbreitungsgebiet von Zoropsis spinimana, wie die Nosferatu-Spinne wissenschaftlich heißt, ist eigentlich der Mittelmeer-Raum, sagt Pfeifle. Er wertet das Meldeportal des NABU aus und kartiert die Funde. "Rund um Heilbronn werden es in der letzten Woche deutlich mehr", sagt Pfeifle. Aber im Vergleich zur Rheinebene sind es immer noch Einzelmeldungen. In anderen Bereichen der Region, im Main-Tauber-Kreis oder im Jagsttal bei Möckmühl (Kreis Heilbronn), liegen nur wenige Meldungen vor.

Spinne ist ungefährlich

Der Spinnenexperte Robert Pfeifle vermutet, dass die Nosferatuspinne schon seit Jahren hier heimisch geworden ist, aber bisher kaum beachtet wurde. Berichte von der "Horror-Spinne" haben sie jetzt bekannt gemacht. Und durch die typische Rückenzeichnung, die Größe (bis zu sechs Zentimeter) und die kräftigen Beine ist sie leicht zu erkennen.

"Ich würde behaupten, dass sie überhaupt nicht gefährlich ist."

Sie könne zwar mit ihren Giftklauen menschliche Haut durchdringen, aber ein Biss komme äußerst selten vor und nur wenn die Spinne zum Beispiel eingeklemmt wird. Außerdem berichten Spinnenforscher von Selbstversuchen, da sei die Wirkung geringer als bei einem Wespenstich gewesen.

Spinne lebt an Gebäuden

Da die Art Kälte nicht gut verträgt, lebt die Nosferatuspinne an Gebäuden, so gelangt sie gelegentlich auch ins Innere. Susanne Smith aus Ellhofen hatte nur einen Tag später eine weitere Begegnung: Als sie morgens ihre Jeans anziehen wollte, krabbelte ihr ein zweites Exemplar mit der typischen Rückenzeichnung entgegen. "Immer morgens so ein Schreck, das war doch ein bisschen zuviel," sagt sie. Bisher ließ sie die Fenster gerne offen, ab jetzt werden sie Tag und Nacht geschlossen bleiben, weil: "so ein Erlebnis brauch ich nimmer!"

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