Die Jagst bei Eichenau (Foto: SWR, Harald Holz)

Jagst und Kocher mit niedrigen Pegeln

Flüsse trocknen aus, Fische sind in Gefahr: Hitze beutelt Unterwasserwelt

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Die anhaltende Hitze und damit die Trockenheit führen in Jagst und Kocher zu niedrigen Wasserständen und gefährden Fische.

Die Flüsse Jagst und Kocher führen teilweise nur ein paar Zentimeter Wasser. An der Furt bei Eichenau in Kirchberg an der Jagst (Kreis Schwäbisch Hall) kommen Wanderer fast trockenen Fußes ans Ufer, ebenso am Kocher bei der Schwäbisch Haller Kläranlage. Die Pegel sind so niedrig wie selten und dadurch die Wassertemperaturen so hoch wie in kaum einem anderen Sommer. Sauerstoff fehlt. Das ist problematisch, sagen Naturschützer. Denn auch Fischpopulationen leiden darunter, es sterben bereits Tiere.

Die Jagst bei Eichenau (Foto: SWR, Harald Holz)
Ein Jagstwehr bei Eichenau. Harald Holz

"Im Moment ist es katastrophal, wir haben niedrigen Wasserstand seit Wochen! Wir haben ganz ganz hohe Temperaturen, von daher ist es also für die Fischsorten, die Sauerstoff brauchen, sehr sehr schlecht."

Überdüngung Teil des Problems

Im Kirchberger Abschnitt der Jagst gibt es keine Salmoniden, also Forellenfische, mehr. Und neben dem zu warmen Wasser ist auch die Überdüngung des Flusses durch Gülle Ursache für den Sauerstoffmangel im Wasser. Die Algen wuchern überall. So bekommen auch Fischsorten wie Gründlinge und Mühlkoppen ihre Probleme. Auch Nasen, die in der Jagst wieder heimisch werden sollen, können wegen der Algen keine Eier an die Steine am Grund kleben. Fatal - denn Regen ist weiterhin nicht in Sicht.

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Auch der Mensch ist schuld

An manchen Wehren der Jagst fließt zeitweise überhaupt kein Wasser mehr. Nach Angaben des Naturschutzbundes liegt das auch am verbotenen Schwallbetrieb in Wasserkraftwerken. Das heißt, da wird Wasser am Wehr gestaut und dann auf einmal durch die Turbine abgelassen, um Strom zu erzeugen. So fallen Kocher und Jagst an manchen Stellen immer wieder trocken, und da heizt sich die geringe Wassermenge erst recht auf.

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