GKN Neckarwestheim (Foto: SWR)

Suche nach Ersatzenergiequellen

Energiekrise: Betreiber hält am regulären Aus des AKW Neckarwestheim fest

STAND

In der Diskussion um die Laufzeiten-Verlängerung von Atomkraftwerken will die EnBW das AKW Neckarwestheim II (Kreis Heilbronn) wie geplant zum Jahresende abschalten.

Es gebe die gesetzliche Vorgabe zum Ausstieg bis zum Jahresende und daran habe sich für den Betreiber, die Energie Baden-Württemberg AG (EnBW), nichts geändert, sagte ein Konzernsprecher dem SWR. In der Ampelkoalition schwelt unterdessen die Diskussion weiter.

FDP und CSU wollen Atomkraftwerke vorerst am Netz lassen

Die Diskussion über einen Weiterbetrieb der Atomkraftwerke wird seit dem Ukraine-Krieg wieder verstärkt geführt, Grund sind die steigenden Energiepreise. Die FDP spricht sich weiter für eine Laufzeitverlängerung aus. So bringt unter anderem FDP-Chef und Finanzminister Christian Lindner die Diskussion immer wieder auf. Lindner spricht von einer "sehr besorgniserregenden Situation". Er erhielt zuletzt von CSU-Chef Markus Söder Zustimmung. Aus seiner Sicht sei eine solche Verlängerung "auf jeden Fall" möglich, so Bayerns Ministerpräsident am Mittwoch im Deutschlandfunk. Er sehe bei Grünen und anderen auch eine grundsätzliche Skepsis gegen die Atomkraft, schreibt die Agentur Reuters. Es gebe in Deutschland einen Gasnotstand im Winter "und wir bekommen noch eine Riesen-Stromlücke dazu, wenn wir die Kernenergie abschalten."

Grüne und SPD gegen Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hatte sich gegen eine erneute Debatte ausgesprochen. Es gebe die einheitliche Expertenmeinung, dass die Brennstäbe für die verbliebenen drei Atommeiler nur bis Ende des Jahres reichten, so Scholz. Und auch Kabinettskollege Robert Habeck (Grüne) weist eine Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke mit Blick auf den Beitrag der Atomenergie zur Versorgungssicherheit zurück. Eine erneute Prüfung möglicher Laufzeitverlängerungen ist demnach auch nicht geplant. Dem Umweltministerium sei dazu nichts bekannt, sagte ein Sprecher in Berlin.

Derzeit laufen in Deutschland noch die drei Atomkraftwerke Isar 2, Emsland und Neckarwestheim II. Sie gehen laut Atomgesetz am 31. Dezember 2022 vom Netz.

Risse in den Rohren - Atomkraftgegner fordern sofortige Abschaltung

Atomkraftgegner fordern schon länger die sofortige Abschaltung des Atomkraftwerks Neckarwestheim. An den Rohren des Meilers II wurden in der Vergangenheit immer wieder Risse in den Oberflächen festgestellt. Laut EnBW haben die Untersuchungsergebnisse der letzten Jahre allerdings bestätigt, dass eingeleitete Maßnahmen wirksam seien und an der Dichtheit der Heizrohre kein Zweifel bestehe.

Anfang Mai lehnte der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg in Mannheim einen Eilantrag von Atomkraftgegnern ab, die den Betrieb wegen angeblicher Gefahren durch Risse an Rohren untersagen lassen wollten. Die Voraussetzungen für eine Anordnung zur sofortigen Stilllegung des Atommeilers seien nicht erfüllt, teilte das Gericht damals mit.

Kohlekraftwerke stellen weiter auf Gas um

Im Zuge der Energiekriese stehen auch die Kohlekraftwerke im Fokus. Trotz der aktuellen Gasknappheit will der Energieversorger EnBW das Heilbronner Kohlekraftwerk aber weiter auf Gas umstellen. Der Wechsel sei nach wie vor für 2026 vorgesehen. Dazu will der Energieversorger aber von 2026 an1,5 Millionen Tonnen Flüssiggas pro Jahr aus den USA beziehen und damit von den jetzigen Bezugsquellen unabhängiger werden.

Heilbronn

Zweifel an Energiewende Wegen Russland-Ukraine-Krieg: Ist der deutsche Atomausstieg noch angesagt?

Der Krieg in der Ukraine hat gezeigt: Wir hängen von Energie aus dem Ausland ab. Die Erneuerbaren alleine können unseren Energiebedarf nicht decken. Sollten AKW nun länger laufen?  mehr...

Baden-Württemberg

Unabhängigkeit von Russland als Ziel Baden-Württemberg diskutiert über längere Laufzeiten für Atomkraftwerke

Russland ist einer der wichtigsten Energielieferanten für Deutschland. Angesichts des Ukraine-Kriegs wird jetzt diskutiert, wie sich BW davon unabhängig machen kann.  mehr...

Neckarwestheim

Wegen Rissen in Rohren - Atomkraftgegner fordern Abschaltung Letzte Revision vor Abschaltung im Kernkraftwerk Neckarwestheim läuft

Im Kernkraftwerk Neckarwestheim ist am Samstag Block II zur jährlichen Revision vom Netz gegangen. Es ist die letzte vor der gesetzlich festgelegten Abschaltung Ende 2022.  mehr...

Neckarwestheim

Energiewende Atomkraftwerk Neckarwestheim: EnBW erwartet Rückbaugenehmigung für Block II

Drei Atommeiler sind in Deutschland noch am Netz - einer davon ist der Block Neckarwestheim II im Kreis Heilbronn. Wie der Zeitplan für den Rückbau derzeit aussieht.  mehr...

Baden-Württemberg

Ministerpräsident sieht Bürokratie im Bund als Problem 1.000 neue Windräder in BW bis zur nächsten Landtagswahl: Kretschmann winkt ab

Im Koaliationsvertrag wurde festgelegt, dass die Voraussetzungen für 1.000 neue Windräder geschaffen werden sollen. In den ersten drei Monaten 2022 waren es gerade einmal drei.  mehr...

Baden-Württemberg

Energie- und Mineralölkonzerne im Fokus BW-Wirtschaftsministerium kritisiert mögliche Steuer für Krisengewinner

Krisengewinne stärker besteuern - das wird aktuell auf Bundesebene diskutiert. Nun haben sich das baden-württembergische Wirtschaftsministerium und die Landes-FDP dazu geäußert.  mehr...

Guten Morgen Baden-Württemberg SWR1 Baden-Württemberg

Stuttgart

Windkraft und Solarenergie Energiewende: Wo steht Baden-Württemberg?

Die neue Bundesregierung hat ehrgeizige Energieziele benannt. Ausgerechnet im grün-regierten Baden-Württemberg stockt der Windkraftausbau. Woran hakt die Energiewende im Land?  mehr...

STAND
AUTOR/IN