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Ein Mann soll seine Frau bei Gerabronn (Kreis Schwäbisch Hall) verbrannt haben. Seit Mittwoch muss er sich wegen Mordes vor dem Landgericht in Ellwangen verantworten - allerdings scheint er Erinnerungslücken zu haben.

Ein 48 Jahre alter Mann steht seit Mittwoch wegen Mordes an seiner Ehefrau vor dem Landgericht in Ellwangen (Ostalbkreis). Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, seine von ihm getrennt lebende Frau im November vergangenen Jahres auf einem Feldweg nahe Gerabronn in ihrem Wagen verbrannt zu haben.

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Angeklagter kann sich nicht erinnern

Ein Geständnis soll es in dem Prozess offenbar nicht geben. Sein Mandant könne sich an die Tat nicht erinnern, teilte der Verteidiger mit. Ihm sei allerdings klar, dass alle Hinweise auf ihn als Täter deuten.

Nach den Angaben des Verteidigers war dem Vorfall eine zehn Jahre lange Zeit großer psychischer Belastung vorausgegangen. Der Schilderung nach gab es zahlreiche unbegründete Eifersuchtsszenen. So habe sich sein Mandant auf Drängen seiner Frau sterilisieren lassen. Anschließend habe sie ihm vorgeworfen, er wolle dies als Freibrief für Treffen mit anderen Frauen nutzen. Sie habe dem Angeklagten, der Schulbusfahrer ist, Szenen gemacht, weil in dem Bus auch Schülerinnen mitfuhren. Zudem habe sie alle Bilder der Familien verbrannt, auf denen er zu sehen war. Am Ende sei sie ausgezogen.

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Als Zeugen wurden am Mittwochvormittag ein Notarzt und ein Feuerwehrmann vernommen, die am Tatort waren. Sie schilderten, was sie vor Ort erlebten. Am Freitag soll ein psychiatrischer Gutachter Aussagen machen. Dann werde der Angeklagte eigene Angaben machen.

Frau mit Benzin übergossen

Der Angeklagte soll seine Frau im November 2019 auf dem Weg zur Arbeit bei Gerabronn abgepasst, mit einem Hammer die Scheibe der Fahrertür eingeschlagen und seine Frau mit Benzin übergossen haben. Als sie flüchten wollte, drängte er sie in den Wagen zurück und warf eine brennende Zigarette ins Auto, heißt es in der Anklage. Es kam zu einer explosionsartigen Verpuffung, die Frau starb.

Streit um Unterhalt und Wohnhaus

Das Tatmotiv waren offenbar Streitigkeiten über den Unterhalt und die Aufteilung des Wohnhauses. Im Falle einer Verurteilung droht dem Angeklagten lebenslange Haft. Für den Prozess vor dem Ellwanger Landgericht sind insgesamt vier Verhandlungstage angesetzt.

Nach Obduktion Todesursache weiter unklar Noch keine offiziellen Ergebnisse zu verbrannter Frau in Gerabronn

Im Fall der verbrannten Frau, die am vergangenen Donnerstag in Gerabronn (Kreis Schwäbisch Hall) in ihrem Auto entdeckt wurde, wollen die Ermittler weiterhin keine Ergebnisse der Obduktion veröffentlichen. Demnach bleibt auch das Motiv des tatverdächtigen Ehemannes im Dunkeln.  mehr...

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