Zwei Gläser Wasser stehen auf einem Tisch (Foto: Unsplash/Jana Sabeth)

Tag des Mineralwassers

Trotz Gasmangel genug Kohlensäure bei Mainhardter Mineralwasserhersteller

STAND

Mineralwasser-Produzenten kämpfen mit hohen Energiekosten und dem Kohlensäuremangel. Aber nicht alle Hersteller haben dieselben Probleme.

Hersteller von Mineralwasser sind trotz des sicheren Rohstoffs Mineralwasser von den weltweiten Krisen betroffen. Gleich mehrere Gase sind Mangelware. In Mainhardt (Kreis Schwäbisch Hall) ist der Mineralwasserproduzent aquaRömer jedoch in einer etwas besseren Situation als andere Hersteller, sie können die momentan sehr begehrte Kohlensäure sogar verkaufen.

Tag des Mineralwassers erinnert an Beschlüsse zur Reinheit

Mineralwasser hat in Deutschland eine lange Tradition. Vor 111 Jahren sind die sogenannten Bad Nauheimer-Beschlüsse gefasst worden, die Vorläufer der heutigen Mineral- und Tafelwasserverordnung. In der Verordnung sind enge Regeln festgelegt, dass zum Beispiel Mineralwasser unverändert und auch vor Ort bei der Quelle abgefüllt werden muss.

Teure Energie trifft Mineralwasserproduzenten

Getränkehersteller sind von den hohen Energiekosten vor allem bei der Flaschenherstellung oder bei der Flaschen-Reinigung betroffen. aquaRömer betreibt Waschmaschinen, um die mehrfach genutzten Flaschen vor dem Wiederbefüllen zu reinigen.

"Wir sind natürlich energieintensiv, weil wir Waschmaschinen betreiben, um die Mehrwegflaschen auch immer wieder zu reinigen, dass sie ihre 25 bis 50 Umläufe schaffen. Deshalb geht es nicht an uns vorüber, wenn sich die Preise verdrei- und vervierfachen."

Zusätzlich seien auch die Glaspreise gestiegen, die Deckel und Etikettenpreise seien explodiert, die Zuckerpreise hätten sich verdoppelt, sagt Ohlendorf. Bei der Kohlensäureknappheit befindet sich aquaRömer jedoch in einer glücklichen Sonderstellung. Der CO2-Bedarf kann aus einer eigenen Quelle gedeckt werden und sogar die Überproduktion verkauft werden, was momentan natürlich sehr nachgefragt ist.

"Uns erreichen täglich Anfragen von anderen Brunnen und Brauereien."

Kohlensäure ist knapp, weil zum Beispiel in der Düngemittelherstellung wegen der hohen Energiekosten die Produktion gedrosselt wurde. CO2 ist dort ein Abfallprodukt, dass in zahlreichen anderen Branchen wie der Lebensmittelindustrie benötigt wird. Laut Peter Theilacker, Geschäftsführer der Wildbadquelle Mineralbrunnen in Schwäbisch Hall, gibt es bereits Gespräche über neue CO2-Lieferanten. Dabei sei auch die Zementindustrie im Gespräch.

Wasserknappheit trifft nicht sofort auf Mineralwasser

Während der Grundwasserspiegel vielerorts sinkt, aus Brunnen teilweise viel weniger oder auch belastetes Wasser kommt, sind Mineralwasservorkommen meist tiefer und unterliegen weniger Schwankungen. Die lange und intensive Trockenheit im Sommer wirke sich nicht sofort spürbar auf die tieferen Quellen aus. Das Mineralwasser kommt bei aquaRömer aus 70 bis 150 Metern Tiefe, dort sind die Pegel konstanter.

Mineralwasser wird kontrolliert und nur von der Natur gereinigt

Genauso wie das Leitungswasser wird auch das Mineralwasser engmaschig überprüft. Anders als das Leitungswasser wird das Mineralwasser jedoch nicht gereinigt oder behandelt. Die Qualität und die enthaltenen Mineralstoffe sind von den örtlichen Gegebenheiten wie den Gesteinsschichten abhängig.

Mit täglich Hunderten Proben wird in Mainhardt die Qualität kontrolliert. Damit sei die Produktkontrolle sogar besser als beim Leitungswasser, denn dort werde die letzte Meile, also der letzte Abschnitt ins Haus, kaum überwacht, erklärt Nadja Ohlendorf.

Millionen Flaschen pro Jahr aus der Region

In der Region Heilbronn-Franken werden jedes Jahr viele Millionen Flaschen Mineralwasser abgefüllt. Zu den traditionsreichsten Mineralbrunnen gehören beispielsweise Teusser mit Sitz in Löwenstein-Teusserbad (Kreis Heilbronn), die Quelle wurde bereits im 16. Jahrhundert genutzt. "Löwensteiner Mineralquelle" ist ein weiterer Produzent mit dem Einzugsgebiet des Naturparks Schwäbisch-Fränkischer Wald.

Riveris

Stausee versorgt Trier mit Trinkwasser Trotz Hitze und Trockenheit: Riveristalsperre weiter gut gefüllt

Seit 1958 kommt das Trinkwasser für die Stadt Trier aus der Riveristalsperre. Trotz der Trockenheit gibt es in diesem Jahr genug frisches Trinkwasser.  mehr...

Am Morgen SWR4 Rheinland-Pfalz

Landkreis Cochem-Zell

Testbohrungen für neue Brunnen am Ulmener Maar Wassermangel: Kreis Cochem-Zell sucht nach Trinkwasser

Im Kreis Cochem-Zell ist nach eigenen Angaben das Trinkwasser knapp. Nun sollen neue Brunnen das Problem dauerhaft lösen.  mehr...

Am Nachmittag SWR4 Rheinland-Pfalz

Lebensmittel Bio-Siegel für Mineralwasser – mehr als nur ein Marketing-Gag?

Bio-Lebensmittel liegen derzeit voll im Trend. Mittlerweile wird sogar Mineralwasser mit einem Bio-Siegel verkauft. Aber ist das überhaupt sinnvoll und nachhaltig?  mehr...

STAND
AUTOR/IN
SWR