HN Heilbronn als Schrift auf einer Hinweitstafel auf dem Marktplatz Heilbronn (Foto: SWR)

Stadt hofft auf verantwortungsbewusste Vermieter

Steigende Mieten in Heilbronn? Aussetzung der Mieterhöhung gefordert

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Im Heilbronner Gemeinderat soll der neue Mietspiegel anerkannt werden. Das könnte zu deutlich steigenden Mieten führen, befürchtet der Mieterbund.

Aus dem neuen Mietspiegel geht hervor, dass die Mieten in Heilbronn in den vergangenen Jahren um fast zehn Prozent gestiegen sind. Sollte der Gemeinderat diese Steigerung offiziell anerkennen, würden viele Vermieter dies zum Anlass nehmen, ihre Mieten zu erhöhen, befürchtet der Mieterbund. Die Linke-Fraktion im Heilbronner Gemeinderat fordert deshalb ein Moratorium, das heißt, den Mietspiegel für zwei Jahre auszusetzen und den alten Mietspiegel bis Ende Juli 2024 weiterzuverwenden.

Der Heilbronner Mieterbund und auch die Partei DIE LINKE befürchten schwere Folgen für sozial schwächere Bürgerinnen und Bürger in Heilbronn und auch für die Stadt selbst.

"Das Geld, das die Menschen für die Vermieter aufbringen müssen, fehlt ihnen beim Einkauf im Einzelhandel oder in der Gastronomie oder im Kulturbereich. Ich denke, der Schuss geht nach hinten los."

Moratorium laut Stadt ausgeschlossen

Laut Florian Baasch, Leiter der Stabsstelle für Stadtentwicklung und Zukunftsfragen in Heilbronn, sei ein Moratorium ausgeschlossen.

"Das geht nicht, weil wir die gesetzliche Pflicht haben, diesen qualifizierten Mietspiegel fortzuschreiben."

Den Mietspiegel auszusetzen, würde Probleme beim zukünftigen Festsetzen der Miete machen, so Baasch. Es würde zudem Mietstreitigkeiten geben, die vor Gericht geklärt werden müssten und beide Seiten viel Geld und viel Zeit kosten würden.

Hoffnung auf verantwortungsbewusste Vermieter

Die Sorgen zu steigenden Mieten kann Baasch nachvollziehen. Er betont allerdings, dass der Mietspiegel lediglich eine Orientierung bieten soll und geht davon aus, dass in Heilbronn verantwortungsbewusste Vermieter agieren, die die Miete nicht um zehn Prozent, sondern nur moderat erheben. Auch einem Vermieter sei es schließlich daran gelegen, dass er ein sicheres Mietverhältnis mit seinem Mieter hat, so Baasch.

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