Gaszähler  (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / dpa | Stephan Jansen)

Verbände fordern Senkung der Mindesttemperatur in Wohnungen

Mieterbund Heilbronn: Gesetzlich verordnetes Frieren "unsinnig"

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Der Heilbronner Mieterbund wehrt sich gegen die Forderung, die garantierte Mindesttemperatur in Wohnungen zu senken. Das hatten die Bundesnetzagentur und andere gefordert.

Neben der Netzagentur sprachen sich auch die Wohnungswirtschaft sowie der Städte- und Gemeindebund dafür aus, die Mindesttemperatur in Wohnungen und Häusern auf 18 bis 19 Grad zu senken. So soll auf mögliche Engpässe reagiert und Gas gespart werden. Denn Russland hat die Gasförderung schon deutlich reduziert, die deutschen Speicher sind laut Wirtschaftsministerium nicht voll genug, dazu könnte die Förderung komplett gestoppt werden. Trotzdem hält nicht nur die Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen Klara Geywitz (SPD) ein gesetzlich verordnetes Frieren für "unsinnig".

Logo der Bundesnetzagentur (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Oliver Berg)
Die Bundesnetzagnetur schlägt eine neue Verordnung zur Mindesttemperatur vor. picture alliance/dpa | Oliver Berg

Keine Verordnung zum Frieren

Eine Verordnung zum Frieren, gefordert bei den aktuell sehr hohen Sommer-Temperaturen? Blödsinn, sagt der Vorsitzende des Heilbronner Mieterbundes Alfred Huber: "Wir appellieren sowieso, dass Energie eingespart werden muss."

Ohnehin seien doch so viele Mieter jetzt schon gezwungen, Energie zu sparen, ob Gas oder Strom - mit Schock-Vorhersage: Die nächsten Strom-, Gas- und Ölabrechnungen würden viele Menschen böse überraschen. Dazu komme, dass jeder eine eigene Wohlfühltemperatur habe, gerade ältere Menschen bräuchten es meist wärmer, sagt Huber.

Die praktische Umsetzung stellt sich nicht nur ihm als schwierig dar: In Wohnblocks könnte das vielleicht geregelt werden, meint der Vorsitzende des Heilbronner Mieterbundes, in Einfamilienhäusern sieht er kaum eine Möglichkeit.

Bisher 20 Grad Minimum festgelegt

Es müsste auch gesetzlich einiges geändert werden. Bisher sind in der Rechtsprechung 20 Grad Minimum festgelegt. Alles darunter kann die Gesundheit gefährden und ist auch für Gebäude nicht gut. Energie muss eingespart werden, appelliert auch der Heilbronner Mieterbund. Aber in Eigenverantwortung und nicht per Gesetz.

Die Debatte um eine gesetzliche Verordnung zur Mindesttemperatur ist so gesehen erst am Anfang. Noch dazu im Sommer, der sich aktuell mit sehr hohen Temperaturen präsentiert: Schwimm- und Freibäder in der Region Heilbronn-Franken rechnen teilweise mit Rekordbesucherzahlen am Wochenende.

Euroscheine liegen auf einer Heizung in einer Wohnun (Foto: picture-alliance / Reportdienste, dpa | Patrick Pleul)
Heizen wird teurer: Die anstehenden Abrechnungen werden für viele ohnehin ein Schock (Symbolbild). dpa | Patrick Pleul

Habeck will Vorschlag prüfen

Der Vorschlag kommt aus der Privatwirtschaft und von Kommunenvertretern, aber auch von der Bundesnetzagentur. Bundesbauministerin Geywitz ist dagegen. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) schließt den Vorstoß nicht vollkommen aus - ebenso wie gesetzliche Maßnahmen zu Energie-Einsparungen.

Auf die Frage, ob das auch die Herabsetzung der vorgeschriebenen Mindesttemperatur in Wohnungen sein könne, antwortete Habeck der Deutschen Presseagentur (dpa), "damit haben wir uns noch nicht intensiv auseinandergesetzt. Wir werden uns alle Gesetze, die dort einen Beitrag leisten, anschauen".

Logo des Energiekonzerns Gazprom in St. Petersbrug bei Nacht (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Stringer)
Die russische Gazprom verringert die Lieferungen. picture alliance/dpa | Stringer

Russland kürzt Gaslieferungen

Sein Appell erneut: Energie sparen. Der russische Energieriese Gazprom hat seine Gaslieferungen nach Deutschland durch die wichtige Ostseepipeline Nord Stream 1 deutlich reduziert. Und Frankreich erhält offenbar mittlerweile kein russisches Gas mehr.

Wirtschaftsminister Habeck sprach bezüglich der Lieferkürzungen an Deutschland von einem Muster, das über die vergangenen Wochen erkennbar sei. So agierten Diktatoren und Despoten, sagte er. Dies sei eine Kraftprobe zwischen westlichen Alliierten und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin.

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