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Der 48-jährige Mann, der seine Frau in Gerabronn mit Benzin übergossen und angezündet hatte, ist am Mittwoch vom Landgericht Ellwangen zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden.

Das Gericht sprach von einem absoluten Vernichtungswillen. Es folgte mit dem Urteil der Ansicht der Staatsanwaltschaft, die außerdem die besondere Schwere der Schuld gefordert hatte. Dies lehnte das Gericht mit Blick auf die Persönlichkeit des Angeklagten aber ab.

Die Verteidigung hatte auf eine Haftstrafe unter 15 Jahren plädiert, weil sie keine typischen Mordmerkmale erkennen konnte. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

ausgebranntes auto (Foto: dpa Bildfunk, Andreas Rosar)
Ein 47 Jahre alter Mann soll ein Auto angezündet haben, in dem seine getrennt von ihm lebende Ehefrau saß. (Archivbild 14.11.2019) Andreas Rosar

Regungslos das Urteil entgegengenommen

Der inzwischen 48 Jahre alte Busfahrer nahm das Urteil wohl eher regungslos hin. Er hatte im Verlauf der Verhandlung angegeben, seine Frau sei krankhaft eifersüchtig gewesen. Er habe sich auf ihren Wunsch hin sterilisieren lassen. Dann habe sie ihm vorgeworfen, das als Grund zum Fremdgehen zu nehmen. Auch von Streitigkeiten um ein Wohnhaus und Unterhalt war die Rede.

Im Auto verbrannt

Das Gericht sah es erwiesen an, dass der Mann seine getrennt lebende Ehefrau in Gerabronn (Kreis Schwäbisch Hall) im vergangenen November auf dem Weg zur Arbeit abgepasst hatte. Er soll die Scheibe ihres Wagens eingeschlagen, auf die Frau eingeprügelt und sie mit Benzin übergossen haben. Dann soll er eine brennende Zigarette in ihr Auto geworfen haben. Die Frau starb an der explosionsartigen Verpuffung.

Landgericht Ellwangen verhandelt Gerabronner Mordprozess: War Angeklagter Psychoterror ausgesetzt?

Ein Mann soll seine Frau bei Gerabronn (Kreis Schwäbisch Hall) verbrannt haben. Seit Mittwoch muss er sich wegen Mordes vor dem Landgericht in Ellwangen verantworten - allerdings scheint er Erinnerungslücken zu haben.  mehr...

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