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Zwischen Eppingen und Elsenz (Kreis Heilbronn) haben Biber neben einer Straße mit Hilfe eines Damms einen See angelegt. Der "Bibersee" ist inzwischen eine kleine Attraktion.

Besucher bekommen die pelzigen Bewohner an dem neu angelegten Gewässer eher selten zu Gesicht. Schließlich sind die "Bauherren" hauptsächlich in der Dämmerung und nachts aktiv.

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Natürliches Badeparadies für Biber

Bei Eppingen am kleinen Hilsbach waren die Biber mächtig fleißig, Stück für Stück schichteten sie auf einer Länge von mehreren Metern Holz auf, um sich einen Damm anzulegen. Entstanden ist ein kleines, natürliches Badeparadies für die Nager, inmitten von Feldern. Das neue Biber-Biotop hat es mittlerweile sogar auf Google-Maps geschafft: unter der Ortsmarkierung "Bibersee".

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Kaum zu übersehen ist das neue Nager-Refugium auch, weil ein Unbekannter das Ganze gleich noch mit dem Ortsschild "Bibersee - Lkr. Adelshofen" versehen hat. Der See ist inzwischen eine kleine Attraktion bei Naturfreunden - und ruft die Stadt auf den Plan. "Das Interesse der Bevölkerung ist riesig", so Baubürgermeister Peter Thalmann. Die Beamten der Stadt entwerfen bereits ein Konzept für das Gewässer.

Luftbild Bibersee bei Eppingen im Kreis Heilbronn (Foto: dpa Bildfunk, Marijan Murat)
Der "Bibersee" bei Eppingen (Kreis Heilbronn) von oben Marijan Murat

"Tolle Auenlandschaft"

Die Kraichgaustadt scheint den Nagern mit dem platten Schwanz aber nicht gleich das Fell über die Ohren ziehen zu wollen: Thalmann sagte dem SWR, Gefahr für den Straßenverkehr bestehe nicht. Zudem entwickle sich aus naturschutzrechtlicher Sicht eine tolle Auenlandschaft.

"Es gibt wenig Konflikte an dieser Stelle mit der Landwirtschaft, von daher sieht man, die Natur kommt zurück. Der Biber schafft sich seinen Lebensraum."

Peter Thalmann, Baubürgermeister Eppingen

Situation "erträglich"

Die minimale Beeinträchtigung könne man bisher verschmerzen. "Es ist nur ein kleiner Teil, der jetzt letztendlich nicht geerntet werden konnte." Sobald die Arbeit der Biber aber größere Ausmaße annehme, werden die Felder natürlich in ihrem Wert beeinträchtigt. Derzeit sei die Situation aber "erträglich".

Ein von Bibern angelegter Stausee mit Blick über den Damm (Foto: dpa Bildfunk, Marijan Murat)
Blick über den Damm auf den neu angelegten "Bibersee" Marijan Murat

Laut des Naturschutzbeauftragten des Landratsamts Heilbronn seien Biber äußerst begabte Wasserbauer. Zudem verbiete das Naturschutzrecht, den Damm zu zerstören. Doch letztendlich müsse man auch darauf achten, dass die Interessen aller geschützt seien: sowohl der Landwirte, des Betreibers der angrenzenden Mühle, als auch der Biber.

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