Ein Auszubildender hält eine Bohrmaschine und eine Kabelrolle in der Hand (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Trotz Zuwachs teilweise noch deutlich weniger als vor der Corona-Pandemie

Mehr Ausbildungsverträge in Heilbronn-Franken als im Vorjahr

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Laut der Industrie- und Handelskammer (IHK) und der Handwerkskammer (HWK) Heilbronn-Franken wurden mehr Ausbildungsverträge abgeschlossen als noch 2020. Die Corona-Pandemie wirkt sich aber weiterhin aus.

Seit Beginn der Corona-Pandemie verzeichnen die IHK und auch die HWK in Baden-Württemberg einen deutlichen Rückgang bei den jährlich abgeschlossenen Ausbildungsverträgen. Die Krise spüre man auch in der Region Heilbronn-Franken, bestätigt Gerald Fichtner, der bei der IHK Heilbronn-Franken den Ausbildungsbereich leitet.

"Ich bin mir sicher, auch zum 1. Oktober ist es noch gut möglich, einen Ausbildungsplatz zu bekommen."

Gerade deshalb können Interessierte auch jetzt im September noch mit etwas Verspätung einen Ausbildungsplatz bekommen.

Aus der HWK Heilbronn-Franken heißt es derweil, dass im Handwerk - anders als beispielsweise in der Industrie - ohnehin viele Verträge noch bis Jahresende abgeschlossen würden.

"Es gibt also für alle Schulabschlüsse noch sehr gute Chancen, einen attraktiven Ausbildungsplatz mit Zukunft zu finden."

IHK und HWK verzeichnen Plus zum Vorjahr

Bei der IHK Heilbronn-Franken wurden Ende August 4,8 Prozent mehr Ausbildungsverträge abgeschlossen als noch 2020. Konkret ist das ein Plus von 145 Ausbildungen. Fichnter erklärt sich das damit, dass in der Region die duale Ausbildung noch immer einen hohen Stellenwert hat und in viele Unternehmen Tradition ist.

Auch im Bereich des Handwerks stehe man wieder gut da, fasst Kerstin Lüchtenborg, die Abteilungsleiterin des Bereichs Ausbildung bei der HWK Heilbronn-Franken, das vergangene Jahr zusammen.

Mit einem Plus von 1,8 Prozent zum Vorjahr, geht sie davon aus, dass man zum Jahresende fast wieder das Niveau von vor der Corona-Pandemie erreicht haben könnte. Dennoch seien aktuell noch 783 Ausbildungsplätze in allen Bereichen des Handwerks offen.

Größtes Problem: die fehlende Berufsorientierung

Dass es dennoch weniger abgeschlossene Verträge gibt als vor der Corona-Pandemie, liege vor allem an der fehlenden Berufsorientierung. Das bestätigen beide Kammern gleichermaßen. Diese Orientierung musste an Schulen oder beispielsweise bei Ausbildungsmessen wegen des Lockdowns oder Kontaktbeschränkungen größtenteils ausfallen. Daher appelliert Fichtner an alle, für die eine Ausbildung in Frage kommt.

"Haben Sie Mut, gehen Sie auf die Unternehmen zu, bauen Sie Kontakt auf zu Personalverantwortlichen, fragen Sie im Bekanntenkreis nach, wer jemanden kennt."

In diesem Zusammenhang arbeite man eng mit anderen zusammen, unter anderem mit der HWK Heilbronn-Franken. Beispielsweise beim "Sommer der Berufsausbildung", eine Aktion, die alles von Nachvermittlungsaktionen bis hin zu Ausbildungsmessen abdeckt.

Auch Kerstin Lüchtenborg bestätigt für die HWK, dass man weiter in die Offensive gehe und die offenen Ausbildungsplätze aktiv bewerbe.

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