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In Heilbronn sind am Samstagabend laut Schätzungen der Polizei rund 500 Menschen zu einer Kundgebung gegen Rechtsextremismus zusammengekommen. Neben einer Schweigeminute wurden Reden gegen Rassismus gehalten.

Einige der Teilnehmer hielten Schilder und Banner mit Sprüchen für Toleranz und eine bunte Gesellschaft in die Luft. Kerzen standen in der Mitte des Platzes, daneben standen die Namen der Opfer der Morde in Hanau (Hessen).

DAs "Netzwerk gegen Rechts" hatte in Heilbronn zur Mahnwache aufgerufen (Foto: SWR)
Das "Netzwerk gegen Rechts" hatte in Heilbronn zur Mahnwache aufgerufen

"Netzwerk gegen Rechts"

Nach dem Anschlag in Hanau hatte das "Netzwerk gegen Rechts" in Heilbronn kurzfristig zu der Kundgebung unter dem Motto "Aufstehen gegen den rechten Terror" aufgerufen. Hunderte Menschen aller Nationen versammelten sich daraufhin auf dem Kiliansplatz und gedachten der Opfer von rechter Gewalt. Rechtsterrorismus fordere immer mehr Opfer, so Jakob Schmidt vom "Netzwerk gegen Rechts". Man wolle seine Solidarität nach Haunau schicken und überall hin.

"Wir müssen überall zeigen, dass [Rechtsterrorismus] nirgendwo Platz hat. Ich wünsche mir eine solidarische Gesellschaft, in der Rassismus keinen Platz hat und die sich klar dagegen positioniert."

Jakob Schmidt, "Netzwerk gegen Rechts" in Heilbronn
Nach den Anschlägen von Hanau: Die Menschen in Heilbronn wollten ein Zeichen gegen Rechtsterrorismus setzen (Foto: SWR)
Nach den Anschlägen von Hanau: Die Menschen in Heilbronn wollten ein Zeichen gegen Rechtsterrorismus setzen

"Mensch ist Mensch"

Man wolle ein Zeichen setzen, so der Tenor unter den Teilnehmern. Eine Frau sagte, sie sei "fix und fertig". Sie stamme selbst aus Hanau, kenne den Ort des Geschehens sehr gut, und könne nicht fassen, was dort passiert sei. Sie sei auf den Kiliansplatz nach Heilbronn gekommen, weil endlich etwas geschehen müsse. Sie wollen ein Zeichen setzten. Das sagen viele Teilnehmer an diesem Abend bei der Kundgebung - ein Zeichen gegen Hetze, rechte Gewalt und Hass. "Mensch ist Mensch", so ein junger Mann mit Migrationshintergrund.

Bilder und Namen der Opfer von Hanau wurden auf dem Kiliansplatz bei der Mahnwache gegen rechte Gewalt aufgestellt (Foto: SWR)
Bilder und Namen der Opfer von Hanau wurden auf dem Kiliansplatz bei der Mahnwache gegen rechte Gewalt aufgestellt

"Ich bin eine Generation - ich habe das noch erlebt und die Folgen des Dritten Reichs. Die Folgen tragen wir heute noch, darum verstehe ich nicht, wie so etwas möglich ist. Da können wir nicht anders, da müssen wir auf die Straße gehen."

Teilnehmerin der Kundgebung gegen Rechtsextremismus in Heilbronn

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