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Bund und Länder haben die Corona-Beschränkungen bis zum 14. Februar verlängert. Bei der Stadt Heilbronn hat man Verständnis, andernorts macht sich Resignation breit.

Mit dem verlängerten Lockdown bleiben zum Beispiel Restaurants und die meisten Geschäfte geschlossen. Außerdem müssen alle Menschen in Geschäften und im Nahverkehr künftig FFP2- oder medizinische Masken tragen. Schulen und Kitas bleiben weiter geschlossen. Baden-Württembergs Ministerpräsident Kretschmann (Grüne) strebt aber an, Grundschulen und Kitas ab 1. Februar langsam wieder zu öffnen - wenn das die Infektionslage zulasse.

Die Heilbronner Sozialbürgermeisterin Agnes Christner (SPD) kann die Beschlüsse nachvollziehen.

"Ich denke, momentan gibt es zur Verlängerung des Lockdowns keine Alternative und das Tragen der FFP2-Masken in bestimmten Situationen wie Nahverkehr oder Einkaufen ist aus unserer Sicht auch eine sehr sinnvolle Maßnahme."

Agnes Christner, Sozialbürgermeisterin Heilbronn

Momentan sei weiterhin Disziplin gefragt, so Christner "und wir beobachten ja auch, dass sich der ganz überwiegende Teil daran hält."

Gastronomen in einer winterlichen "Lethargie"

Derweil macht sich bei den Hotels und Gaststätten Resignation breit, so Frank Bundschu vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) im Main-Tauber-Kreis. Dass sie angesichts der Infektionszahlen wieder öffnen dürfen, hat ohnehin niemand erwartet, sagte er dem SWR:

"Ich glaube, kein Gastronom hat damit gerechnet. Der Schnee und die winterliche Idylle haben die Lethargie noch ein bisschen verschärft und ja - darin bewegt sich die Gastronomie im Moment. Ich glaube, alle wissen nicht so richtig, wie es weitergehen soll."

Frank Bundschu, Dehoga Main-Tauber-Kreis

Einzelhändler fordern rasche staatliche Überbrückungshilfen

Auch der Einzelhandel meldet sich zu Wort. Er fordert nach dem bis Mitte Februar verlängerten Lockdown eine rasche Umsetzung der Verbesserungen bei der staatlichen Überbrückungshilfe. Schon jetzt stünden viele Händler mit dem Rücken zur Wand, sagte Daniel Schott vom Wirtschaftsforum pro Tauberbischofsheim (Main-Tauber-Kreis) dem SWR.

"Das ist alles zu zäh gelaufen. Die Gelder, die fließen noch nicht. Es fließt noch kein Kurzarbeitergeld aus dem Dezember und auch da ist eben erst einmal das größte Problem die Liquidität, die den Händlern aktuell fehlt. Sie stehen ja schon lange mit dem Rücken zur Wand und gerade jetzt durch die Verlängerung sind die Perspektiven immer schlechter. Die Lage ist also wirklich sehr bedenklich."

Daniel Schott, Wirtschaftsforum pro Tauberbischofsheim

Handwerkskammer froh, dass kein Total-Lockdown kommt

Verständnis zeigt auch der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer (HWK) Heilbronn-Franken, Ralf Schnörr. Er unterstützt die Entscheidung von Bund und Ländern, den Lockdown weiter zu verlängern und ist froh, dass es nicht noch härtere Einschnitte gibt.

"Grundsätzlich sind wir erleichtert, dass es kein kompletter Lockdown geworden ist, dass die Wirtschaft nicht komplett dicht gemacht wird. Das wäre fatal, da wären sicherlich sehr viele Betriebe kollabiert. Es wäre wahrscheinlich der beste Schutz gegen das Corona-Virus gewesen, aber man muss einen Mittelweg finden, dass die Wirtschaft halbwegs am Laufen gehalten wird und trotzdem der Gesundheitsschutz hoch ist."

Ralf Schnörr, HWK Heilbronn-Franken

IHK: "Unternehmen und Arbeitsplätze sind nicht die Treiber der Pandemie"

Die IHK Heilbronn-Franken fürchtet mehr Bürokratie. Die Unternehmen hätten bereits viel in den Hygieneschutz investiert und Arbeitsplätze seien nicht die Treiber der Pandemie, so Hauptgeschäftsführerin Elke Döring. Der Gesundheitsschutz stehe an oberster Stelle aber die Wirtschaft hinterfrage schon, ob mit den neuen Beschlüssen nicht mehr vom Falschen verordnet werde.

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