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Nach Briefbomben-Anschlägen auf Lebensmittelhersteller, unter anderem Lidl in Neckarsulm und auch Hipp in Pfaffenhofen, heißt es: Die Sendung sei an einer Postannahmestelle abgegeben worden.

Derzeit ermittelt eine hundertköpfige Sonderkommission rund um die Briefbomben auf drei Lebensmittelhersteller. Die baden-württembergische Landespolizeipräsidentin Stefanie Hinz geht von einem Serientäter aus: "Es ist ein Zusammenhang anzunehmen zwischen diesen drei Päckchen."

Sendungen an ADM Wild, Lidl und Hipp an einer Poststelle abgegeben

Wie das Landeskriminalamt in einer Mitteilung bestätigt, ist die Postsendung, die in der Nacht zum Donnerstag am Münchner Flughafen abgefangen und entschärft wurde, an den Babynahrungshersteller Hipp im bayerischen Pfaffenhofen adressiert gewesen.

Wie es heißt, soll die Sendung an Hipp gemeinsam mit den Sendungen an die Firma ADM Wild in Eppelheim (Rhein-Neckar-Kreis), in deren unmittelbarer Nachbarschaft unter anderem das Fruchtsaftgetränk "Capri Sun" produziert wird, und die Lidl-Zentrale in Neckarsulm (Kreis Heilbronn) an einer Postannahmestelle aufgegeben worden sein. Die Spuren würden darauf hinweisen, dass die Postsendungen in Ulm auf den Weg gebracht wurden, so eine Mitteilung des Landeskriminalamts.

Landeskriminalamt: Weitere Bomben wenig wahrscheinlich

Auch Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) glaubt an einen Serientäter und zeigte sich erleichtert, dass es den Opfern den Umständen entsprechend gut geht.

"Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren. Wir sind sehr froh, dass keine der verletzten Personen mehr im Krankenhaus ist und sie alle das Krankenhaus verlassen konnten."

Thomas Strobl (CDU), Landesinneminister

Ein Bekennerschreiben liege aber laut Landeskriminalamt nicht vor, auch gebe es noch keine Erkenntnisse zu Tätern. Die Ermittler halten weitere Bomben derzeit zwar für wenig wahrscheinlich – mahnen aber dennoch zur Vorsicht.

Lebensmittelverband mahnt zur Vorsicht

Derweil mahnt der Lebensmittelverband seine Mitglieder zur Vorsicht: "Wir haben sie informiert, auf was bei der Paketannahme geachtet werden muss." Verdächtige Postsendungen sollen aussortiert werden. Die Branche sehe sich viel Kritik ausgesetzt, vor allem emotionaler in den Sozialen Netzwerken oder auch über Drohanrufe. Es grenze zeitweise an Hass. Auf die Lebensmittelindustrie werde "eingedroschen".

Die Lidl-Verwaltung in Neckarsulm  (Foto: SWR)
Die Lidl-Verwaltung in Neckarsulm

Lidl verschärft Sicherheitsmaßnahmen

Auch der Lebensmittelhersteller Lidl in Neckarsulm hat nach eigenen Angaben nach der Briefbomben-Explosion seine Sicherheitsmaßnahmen verschärft. Die Vorkommnisse nehme Lidl sehr ernst, so ein Sprecher. Ein erhöhtes Risiko für Standorte und Lidl-Filialen gebe es nach Einschätzung der Behörden derzeit aber nicht.

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Verletzte Lidl-Mitarbeiter konnten Krankenhaus verlassen

Die bei der Detonation in Neckarsulm verletzten Personen konnten laut Polizei das Krankenhaus mittlerweile wieder verlassen. Um verdächtige Postsendungen besser einschätzen zu können, hat die Polizei ein Informationsblatt veröffentlicht. Mit ungewöhnlichen Brief- und Paketsendungen solle man sensibel umgehen und notfalls die Polizei verständigen.

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