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Immer in der Vorweihnachtszeit werden im Roten Schloss in Jagsthausen die Fenster zum Adventskalender. Doch diesmal sind bei Familie von Berlichingen keine Weihnachtsmotive zu sehen. Stattdessen gibt es Kunst nach dem Motto "Leck mich".

Entstanden sind die Werke beim Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter (BSK) in Krautheim (Hohenlohekreis). Pate für das Projekt stand der berühmteste von Berlichingen: Der Götz mit der eisernen Hand. Er war selbst eine Person mit Behinderung und hatte ein Hilfsmittel ähnlich wie die Künstlerinnen und Künstler, so Projektleiterin Leonie Büch.

"Sich nicht unterbuttern lassen"

Entstanden sind Bilder, Skulpturen und Collagen und der künstlerischen Leitung von Nina Weitzner aus Künzelsau (Hohenlohekreis). Mit dem Motto "Leck mich" wollte sie den Akteuren vermitteln, dass sie sich im Alltag "nicht unterbuttern lassen" sollen. Sie sollten Selbstbewusstsein zeigen.

Ausstellung fiel Corona zum Opfer

Allerdings fiel die Kunstaktion in Teilen der Corona-Pandemie zum Opfer. Eine geplante Ausstellung darf nicht stattfinden. Auch die Künstlerinnen und Künstler dürfen nicht in Erscheinung treten. Ihr Wohnheim steht unter Quarantäne. Der Adventskalender im Roten Schloss von Jagsthausen (Kreis Heilbronn) soll ein kleiner Ersatz sein. Außerdem gibt es beim Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter einen Jahreskalender mit Drucken aller Werke. Er ist dort kostenlos erhältlich.

Gottfried von Berlichingen, der Hausherr des Roten Schlosses weist übrigens auf eine weitere Verbindung zwischen Götz und Krautheim hin: Der BSK hat seinen Sitz in Krautheim. Und dem Amtsmann von Krautheim soll Götz einst seinen berühmten Ausspruch entgegen geschleudert haben.

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