Mähdrescher und Traktor von Jürgen Maurer (Kupferzell) auf einem Feld (Foto: SWR)

Verpflichtende Stilllegung von vier Prozent Fläche kommt doch nicht

Landwirte in Hohenlohe: "Özdemir-Entscheidung in allerletzter Minute"

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Die Landwirte in der Region begrüßen die Entscheidung von Bundesagrarminister Özdemir (Grüne), die verpflichtende Stilllegung von vier Prozent Ackerfläche bis 2024 auszusetzen.

Nach einer Entscheidung der EU hätten Bauern die Fläche ab 1. Januar zugunsten der Biodiversität brach legen müssen, damit sich etwa Insekten und Wildpflanzen darauf ansiedeln können. Die Landwirte hatten beklagt, dass es kurz vor Inkrafttreten immer noch keine klaren Regelungen dazu gab und dass die Ackerflächen aufgrund der aktuellen Lebensmittelengpässe dringend benötigt würden. Entsprechend groß ist nun die Erleichterung, dass sie die bereits eingesäten Äcker nicht wieder umpflügen müssen.

Verbandsvorsitzender: "Problem wird nächstes Jahr noch nicht erledigt sein"

Jürgen Maurer, Vorsitzender des Bauernverbands Schwäbisch Hall - Hohenlohe - Rems und Vizepräsident des baden-württembergischen Landesbauernverbands, sagte dem SWR, Özdemir habe "die richtige Entscheidung in allerletzter Minute" getroffen. Das sei das richtige Zeichen für die internationale Souveränität bei der Produktion von dringend benötigten Lebensmitteln. Allerdings glaube er nicht, dass das Problem im kommenden Jahr bereits erledigt sei.

"Wir müssen verhindern, dass wir in einem Jahr wieder an dem gleichen Punkt sind, an dem Unsicherheit herrscht, wie es weitergeht. Ich fordere deshalb eine frühzeitige Entscheidung und flexibles Handeln."

Nur so könnten Lösungen gefunden werden, bei denen Nahrungsmittelproduktion und Biodiversität vereinbar sind.

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SWR