Die Landwirte spüren die Folgen von Hitze und Trockenheit an Trauben und Mais (Foto: SWR)

Seit Wochen zu wenig Regen

Landwirte leiden unter Trockenheit und Hitze

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AUTOR/IN
Fabian Siegel

Seit Wochen hat es wenig geregnet, die Temperaturen sind fast durchgängig über 30 Grad. Die Landwirte in Heilbronn-Franken leiden darunter - vom Getreideanbau bis zur Rinderzucht.

Bernd Ehrmann aus Crailsheim (Kreis Schwäbisch Hall) züchtet Bio-Rinder. Seine Bullen können im Sommer frei wählen, ob sie im Stall stehen wollen oder lieber raus auf die Weide gehen. Aktuell bleiben sie lieber im Stall. Draußen ist es zu heiß. Die Kühe sind immer draußen im Sommer. Der Landwirt spürt das: Auf der Weide ist das Gras komplett vertrocknet, die Mastrinder nehmen nicht so schnell an Gewicht zu, wie sie eigentlich sollten.

"Die Tiere haben bei Temperaturen über 20 Grad massiv Hitzestress. Das heißt, dass die Futteraufnahme nicht so hoch ist. Sie haben auch nicht viel zu fressen und brauchen ständig frisches Wasser."

Zwar gibt es auf der Weide einige Bäume, die Schatten spenden. Doch das reicht nicht. Noch hat Bernd Ehrmann ausreichend Heureserven aus dem letzten Jahr, doch wenn es gar nicht mehr regnen sollte, kommt er damit vielleicht nicht über den Winter.

"Wahrzeichen" Trollinger verträgt die Hitze überhaupt nicht

Im Weinberg von Stefan Kerner in Erlenbach (Kreis Heilbronn) sind viele Trauben vertrocknet, nahezu jede zweite. Der Trollinger hat Sonnenbrand. Die Trauben sind so trocken, sie bröseln ihm einfach in der Hand weg. Das baden-württembergische "Wahrzeichen", wie Kerner den Trollinger nennt, verträgt die Sonne nicht so gut wie andere Sorten.

"Dem Rebstock selber geht es gut, der ist 40 Jahre alt und hat Wurzeln, die tief genug in die Erde gehen. Aber die Sorte an sich verträgt die Hitze nicht. Da muss man dann schon überlegen, an manchen Standorten etwas anderes anzubauen."

Die Landwirte spüren die Folgen von Hitze und Trockenheit an Trauben und Mais (Foto: SWR)
Viele Trauben sind vom Sonnenbrand komplett vertrocknet.

Für andere, hitzebeständigere Sorten, etwa aus dem Süden, wäre das Klima zwar in diesem Jahr optimal, doch für den dauerhaften Anbau sind die Sommer bei uns noch zu wechselhaft. Außerdem rechnet sich der Umstieg erst über einen sehr langen Zeitraum, 20, vielleicht 30 Jahre, meint Kerner. Die Winzer sind in einer Zwickmühle.

Hohe Ausfälle auch beim Getreide

Mais ist eigentlich eine hitzebeständige Pflanze. Doch das nützt ihm nichts, wenn er, wie hier ein paar Kilometer von Stefan Kerners Weinberg entfernt, seit Wochen keinen Regen bekommt. Die Ernte auf einem Feld von Kerners Kollegen Simon Dorsch in Weinsberg (Kreis Heilbronn): wohl ein Totalausfall.

"Hier auf dem Feld haben wir 95 Prozent Ausfall. Auf anderen Feldern sieht es noch ein bisschen besser aus. Aber mit jedem Tag, an dem kein Regen kommt, reduziert sich das um weitere ein bis fünf Prozent."

Die Regenaussichten für die nächsten Tage sind eher mau. Und damit auch die Aussichten für den Boden und die Ernte.

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Fabian Siegel