Mähdrescher und Traktor von Jürgen Maurer (Kupferzell) auf einem Feld (Foto: SWR)

Bauernverband zieht unterdurchschnittliche Erntebilanz

Hitze und Dürre: Lage der Landwirte in der Region teils "sehr besorgniserregend"

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Der baden-württembergische Bauernverband hat am Donnerstag eine Erntebilanz mit vielen regionalen Unterschieden gezogen. In Heilbronn-Franken sieht es ähnlich aus.

Landwirte im Raum Schwäbisch Hall-Hohenlohe-Rems haben teilweise eine deutlich unterdurchschnittliche Ernte eingefahren, wie zum Beispiel bei Silomais und Winterweizen. Gerste und Raps lagen dagegen im Durchschnitt der vergangenen Jahre. Einige Milchviehbauern müssen bei der Fütterung bereits auf Wintervorräte zurückgreifen, weil die Wiesen nicht wachsen, sagt Jürgen Maurer, Vorsitzender des Bauernverbands Schwäbisch Hall-Hohenlohe-Rems und Vizepräsident des baden-württembergischen Landesbauernverbands.

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Ernteertrag abhängig von Region und Aussaatzeitpunkt

Da es dauerhaft heiß und trocken war, fällt die Ernte im Land von Region zu Region unterschiedlich aus. Hohe Ausfälle bei der Getreideernte – oder gute Erträge, wo es in den entscheidenden Wachstumsphasen vor dem Sommer noch geregnet hat, so der Präsident des Landesbauernverbands, Joachim Rukwied aus Eberstadt (Kreis Heilbronn).

In Heilbronn-Franken ist das Bild ähnlich: Im Hohenlohischen habe es zum Beispiel keinen nennenswerten Niederschlag in den vergangenen zweieinhalb Monaten gegeben, so Maurer. Das Getreide sei zu einer Notreife gekommen, das Korn nicht voll ausgebildet. Die Folge: Mindererträge. Beim Mais gingen die Erträge bis zu 25 Prozent zurück, stellenweise je nach Boden oder Standort auch bis zu 50 Prozent. Auch die Futterbaubetriebe wie Milchviehhalter leiden unter der Dürre, da momentan kein Gras wächst. "Das ist sehr dramatisch für die Betriebe hier, die zum Teil jetzt schon an ihrer Winterreserven müssen, um die Tiere zu füttern." Weiter müssten sie Futter zukaufen: "Das ist sehr besorgniserregend", sagt Maurer.

Weinlese beginnt etwa drei Wochen früher - mit Ertragseinbußen

Und jetzt liegt der Fokus auf den Herbstfrüchten und späten Kulturen: Schon jetzt bereiten Maurer Gemüse, Kraut und Äpfel "große Sorge", wie er sagt. Auch die Weinlese beginne dieses Jahr bereits bis zu drei Wochen früher als in durchschnittlichen Jahren. Im Weinbau und bei der Zuckerrübenernte sei also ebenfalls mit Ernteeinbußen zu rechnen. Wie bei der Zuckerrübenernte rechnet er ebenso mit Ertragseinbußen. "Da sieht es echt verheerend aus", sagt auch Landwirt Stefan Kerner aus Erlenbach vom Bauernverband Heilbronn-Ludwigsburg: Er fürchtet einen Verlust von bis zu 50 Prozent.

Zudem machen Ukraine-Krieg und Inflation auch vor den Landwirten nicht halt, bestätigen sowohl Maurer als auch Kerner. Energiepreise steigen, Düngemittel wird knapp.

Braugerste liebt Wärme

Immerhin: Bierliebhaber können sich freuen, fügt Kerner hinzu: Qualität und Ertrag bei Braugerste seien in diesem Jahr toll. Die wärmeliebende Gerste sei rechtzeitig in die Erde gekommen, um vom feuchten Winter zu profitieren. Danach brauche sie nicht mehr viel. Und so seien die Erträge durchaus positiv.

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