Mehr Zeit für die Familie und Hobbys

Nach 16 Jahren im Amt: Ruhestand für Landrat Detlef Piepenburg

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Der Heilbronner Landrat Detlef Piepenburg (parteilos) hatte am Freitag offiziell seinen letzten Arbeitstag. Nach seinem offiziellen Abschied geht er nach 16 Jahren Amtszeit in den Ruhestand.

Im vergangenen Jahr hatte Piepenburg bekannt gegeben, nicht mehr kandidieren zu wollen. Als Grund nannte er unter anderem sein Alter. Mit 65 Jahren ist er der dienstälteste Landrat in Baden-Württemberg. Er will sich in Zukunft mehr um die Familie und seine Hobbys kümmern. Bei seiner Wahl erhielt Piepenburg damals alle Stimmen der 79 Kreisräte.

Stadtbahnbau, Verwaltungsreform und der Umbau der Krankenhäuser

Die zentralen Themen seiner Amtszeit waren unter anderem der Bau der Stadtbahn Nord, die Verwaltungs- und die Krankenhausreform, bei der der zweite Bauabschnitt der SLK-Kliniken noch läuft. Ob Ausbau der Windkraft oder Schließung von Krankenhausstandorten, als Landrat braucht man ein dickes Fell und darf nicht konfliktscheu sein. Abschalten und die Arbeit im Kopf nicht mit nach Hause zu nehmen, sei ihm manchmal schwergefallen. Beim Thema Streit mit Bürgerinitiativen und Kritik sagt er, wichtig sei in einer Demokratie, dass am Ende akzeptiert werde, was die Mehrheit will.

Auf Wunsch des Kreistages bemühte er sich, den Kreis Heilbronn auch als Tourismusgebiet zu etablieren. Heilbronn sei damals eher als Industrie- oder Wirtschaftsstandort wahrgenommen worden, so Piepenburg. An Tourismus habe kaum jemand gedacht, dabei gab es mit dem Thema Wein und der vielfältigen Landschaft doch hervorragende Ansatzpunkte einer Vermarktung, sagt er. Der Kreis sei keine Destination, wie der Schwarzwald oder der Bodensee, dafür aber so etwas wie Baden-Württemberg im Kleinen. Mit dem Breitenauer See, den Löwensteiner Bergen, der urbanen und der ländlichen Struktur, sei es eine kompakte und interessante Mischung.

Wenig Schulden trotz hoher Investitionen

Er ist stolz auf den Finanzhaushalt. Die Hauptaufgabe des Landratsamts sei, das Betreiben einer guten Infrastruktur und dies so zu stemmen, dass die Finanzen nicht aus dem Ruder laufen. Das sei ihm gut gelungen. Die Schulden des Kreises hätten sich in seiner Amtszeit um nur sechs Millionen Euro erhört.

Mehr Zeit für Familie und Hobby

Es werde eine ganze Zeit lang dauern, bis das Adrenalin abfällt. Von hundert auf null, das gehe wie bei einem Spitzensportler nicht von einem Moment auf den anderen. Nun freue er sich auf seine Familie, seine Enkel und sein Hobby. Zudem könne er jetzt seinen eigenen Zeitplan bestimmen.

"Ich bin passionierter Taucher. Ich habe schon im Süßwasser einige Tauchgänge gehabt, viele im Meer, das ist schon schön. Unter Wasser hören Sie nur den eigenen Atem und sehen eine ganz andere Welt. Und meine Familie steht ganz vorne, die mussten so oft auf mich verzichten. Und die beiden Enkelkinder, da freue ich mich auf die Zeit mit denen. Wo ich auch mal sagen kann: Wisst ihr was? Ich komme vorbei, hole euch vom Kindergarten ab, wir gehen irgendwo hin, was Tolles machen miteinander. Da freue ich mich riesig darauf."

Sein Nachfolger wurde Ende Juni gewählt: Norbert Heuser (CDU), langjähriger Bürgermeister von Neuenstadt (Kreis Heilbronn).

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