Traktor fährt über Wiesenfläche (Foto: dpa Bildfunk, dpa-Zentralbild | Jens Büttner)

Forderung: Zurück zur Hauptaufgabe der Landwirtschaft

Landfrauen aus Main-Tauber auf der Grünen Woche

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Peter Wedig

Auch für die Landfrauen aus dem Main-Tauber-Kreis geht es zur Grünen Woche. Ihr Appell: Besinnen auf regionale Lebensmittel statt Experimente und Ergänzungsmittel.

Für 33 Landfrauen aus dem Main-Tauber-Kreis geht es zur Grünen Woche - wenn auch nur als Besucher. Neue Entwicklungen sind für sie besonders von Interesse, auch wenn es davon einige gibt, die der Vorsitzenden Margret Beck nicht behagen.

Sie findet zum Beispiel die Entwicklung von Zusatzstoffen schwierig: Die meisten Lebensmittel habe man ja in Baden-Württemberg direkt vor der Haustüre, warum also nicht direkt diese essen, statt durch viele Experimente dafür zu sorgen, dass andere Nahrungsmittel danach schmecken?

Gerne könne man weiter verfeinern oder neu kombinieren, aber es bräuchte nichts Neues, was nicht schon immer auf dem Teller war.

"Ich bin der Meinung, dass es die letzten 50 oder 100 Jahre nicht das Schlechteste war, was auf dem Tisch war. [...] Warum sollte ich mich jetzt umstellen, und was anderes essen?"

Auch der Verbraucher sollte sich informieren

Interessant sei auch das Thema, was man durch Ernährung richtig machen, aber auch falsch machen könne. Wo könne man zum Beispiel in der Ernährung nachjustieren, wenn man durch eine Krankheit angeschlagen sei? Oder auch die Kontrolle von Lebensmitteln. Beck findet, da sollte sich auch der Verbraucher informieren: Wie wird mein Lebensmittel kontrolliert, bis es bei mir auf dem Tisch steht? Wie gut kann ich dem vertrauen, wo muss ich kritisch hinterfragen?

Landwirtschaft solle sich auf Kernaufgabe konzentrieren

Beck prangert außerdem die hohen Erwartungen an die Landwirtschaft an. Man müsse zurück zur eigentlichen Aufgabe, und diese sei eben, Lebensmittel zu produzieren. Stattdessen gebe es immer mehr Vorgaben, Flächen müssten zur Stromerzeugung herhalten, Biodiversität müsse gewährt sein, Raum für "Blümchenwiesen".

Gerade die letzte Zeit habe gezeigt, dass weltpolitische Veränderungen sehr schnell selbst bei uns für leere Regale bei den einfachsten Dingen sorgen können. Da sei auch die Politik gefordert, denn im Moment gehe es in eine Richtung, mit der Beck nicht glücklich sei. Sie selbst wisse da manchmal nicht, ob man die Landwirtschaft den eigenen Kindern noch empfehlen könne.

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