Reallabor "Intelligentes Laden" in Künzelsau (Hohenlohekreis) (Foto: Netze BW)

Acht Haushalte testen neue Ladeinfrastruktur der Netze BW

Künzelsau ist Reallabor für intelligentes Laden von E-Autos

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Um herauszufinden, was passiert, wenn viele Haushalte im gleichen Stromkreis gleichzeitig E-Autos laden, hat die Netze BW ein sogenanntes Reallabor in Künzelsau eingerichtet.

Die Hundertwasserstraße in Künzelsau im Hohenlohekreis, genauer acht Haushalte in der Hundertwasserstraße, gehören zum inzwischen fünften sogenannten Reallabor der Netze BW zu intelligentem Laden von E-Autos. Hierbei soll in einer realen Situation erforscht und getestet werden, wie das Laden mehrerer E-Fahrzeuge ins bestehende Stromnetz integriert werden könne.

Elektro-Autos und Ladestationen gestellt

Für die Dauer des Projekts, bis April 2022, haben die acht teilnehmenden Haushalte dafür je ein E-Auto und eine intelligente Ladestation zur Verfügung gestellt bekommen.

Das Projekt sei sehr gut angenommen worden, so Projektleiter Sven Zahorka von Netze BW. Ursprünglich seien sechs Haushalte geplant gewesen, durch die hohe Nachfrage konnte man schlussendlich aber sogar acht für das Projekt gewinnen.

Reallabor "Intelligentes Laden" in Künzelsau (Hohenlohekreis) (Foto: Netze BW)
Bürgermeister Stefan Neumann loste den am Netze BW-Projekt teilnehmenden Haushalte ihre E-Autos zu. Netze BW

Die Hundertwasserstraße sei gewählt worden, da sie ein typisches Wohngebiet darstelle und man davon ausgehe, dass E-Mobilität in solchen Gebieten am schnellsten Fuß fassen werde.

Alle hängen am "gleichen Kabel"

Die acht Haushalte dort hängen außerdem am selben Stromkreis oder, wie Zahorka im Gespräch mit dem SWR Studio Heilbronn sagte, "am gleichen Kabel". Dadurch könne man Informationen über das Ladeverhalten, eventuelle Leistungsspitzen und auch die Nutzungsdauer der Ladestationen erhalten.

Gleichzeitig teste man neue, intelligente Ladestationen, die durch die Regulierung des Stroms eine Überlastung des Stromkreises verhindern sollen

Keine Auswirkung auf die Mobilität

So würden beispielsweise am Abend, wenn das Stromnetz besonders belastet ist, die Ladestationen auf bis zu 50 Prozent ihrer Leistung gedrosselt. Dennoch hätten vorherige Versuche in vier weiteren Städten über ganz Baden-Württemberg und auch erste Ergebnisse aus Künzelsau gezeigt, dass das keine Auswirkung auf die spätere Mobilität der Versuchsteilnehmerinnen und -teilnehmer habe. Sprich, die Akkus der Autos waren trotzdem vollgeladen.

Übernahme der Wallboxen möglich

Ein positiver Nebeneffekt, so Zahorka, sei, dass sich in den vier bisherigen Reallaboren in Wangen, Ringsheim, Ettenheim und Dossenheim einige der Teilnehmerinnen und Teilnehmer entschieden hätten weiterhin elektrisch zu fahren. Die zur Verfügung gestellten Wallboxen könnten dann zu einem reduzierten Preis übernommen werden, die E-Autos müssten allerdings zurückgegeben werden.

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SWR