Schweine in Untermünkheim (Foto: SWR, Nicole Heidrich)

Steigende Ausgaben und sinkende Erlöse

Schweinehalter in Heilbronn-Franken in der Krise

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Schweinehalter in Heilbronn-Franken stehen unter massivem Druck. Neue Vorgaben zum Tierschutz stellen die Erzeuger vor große finanzielle Herausforderungen, zusätzlich zur Belastung durch die Corona-Pandemie.

Die Schweinebauern stecken derzeit in einer großen Krise, sagt Thomas Wenzel, Vorstandsvorsitzender der Interessengemeinschaft Hohenlohischer Schweineerzeuger. Die Ausgaben seien nach oben gesprungen und die Erlöse eingebrochen.

Nachfrage drastisch zurückgegangen

Zum einen sei durch die Corona-Pandemie der Absatz enorm gesunken. Zum Beispiel seien Feste weggefallen und jetzt auch Weihnachtsmärkte. Das drücke auf die Nachfrage und somit auch auf den Preis. Außerdem könne wegen der Corona-Vorschriften weniger geschlachtet werden. Auf der anderen Seite sei die Kostenstruktur explodiert, so Wenzel.

"Wir haben derzeit die Situation, dass uns die Kosten davonlaufen."

Kostendeckendes Arbeiten unmöglich

Das Getreide sei so teuer wie noch nie. Auch die Betriebskosten seien teuer, wie zum Beispiel Heizkosten jetzt im Winter. Derzeit sei für die Schweinehalter kein kostendeckendes Arbeiten möglich, so Wenzel.

"Wir haben derzeit einen Ferkelpreis von knapp 20 Euro. Eigentlich bräuchten wir aber 60 Euro."

Investitionen nötig

Durch die neue Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung seien weitere Investitionen nötig, so Wenzel. Zum Beispiel muss den Tieren mehr Platz und Auslauf ermöglicht werden. Mit den bestehenden Ställen sei das oft nicht umsetzbar. Das bedeute, so Wenzel, dass in den kommenden Jahren neue Ställe gebaut werden müssen.

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