Polizeipräsidium Heilbronn veröffentlicht Kriminalstatistik

Weniger Körperverletzungen und Diebstähle im Corona-Jahr 2021

STAND

Die Zahl der Verbrechen hat in Heilbronn-Franken im vergangen Jahr den niedrigsten Stand der letzten 15 Jahre. Auch die Aufklärungsquote konnte erneut gesteigert werden.

Polizeipräsidium Heilbronn  (Foto: SWR)
Das Polizeipräsidium Heilbronn hat seine Kriminalitätsstatistik veröffentlicht

Auch im vergangenen Jahr nimmt das Polizeipräsidium Heilbronn in Sachen Sicherheit wieder einen Spitzenplatz ein, heißt es in der Kriminalstatistik. Zum Zuständigkeitsbereich gehören die Großstadt und der Landkreis Heilbronn, der Neckar-Odenwald-Kreis, der Main-Tauber-Kreis und der Hohenlohekreis. Mit einer Fläche von rund 4.400 Quadratkilometern ist er der größte in Baden-Württemberg.

Zahl der Staftaten um neun Prozent gesunken

Die Zahl der Gesamtstraftaten ist im vergangenen Jahr laut der Kriminalstatistik 2021 des Polizeipräsidiums Heilbronn um neun Prozent auf 28.652 gesunken. Gleichzeitig konnte die Aufklärungsquote auf 66,5 Prozent gesteigert werden. Durch die Corona-Pandemie kam es zu einer Verschiebung der Straftaten. Während die Straßenkriminalität deutlich zurückging, sind andere Delikte in den Vordergrund gerückt.

Weniger Körperverletzungen, mehr Rauschgiftdelikte

Weil große Veranstaltungen, bei denen viele Menschen aufeinandertreffen, ausblieben, ist es im vergangen Jahr zu deutlich weniger Körperverletzungen und Diebstählen gekommen. Auch die Zahl der Wohnungseinbrüche ist stark gesunken. Stattdessen sind Straftaten im Bereich der Partnergewalt sowie Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz im Vergleich zum Vorjahr angestiegen.

Die sogenannten "Anrufstraftaten", wie der Enkeltrick, stehen weiter im Fokus. Dank der Präventionsarbeit seien aber auch hier die Tatbestände zurückgegangen, so der Heilbronner Polizeipräsident Hans Becker. Allerdings dürfte die Dunkelziffer in diesem Deliktfeld hoch sein.

Hans Becker, Polizeipräsident Heilbronn, bei einem Interview (Foto: SWR)
Der Heilbronner Polizeipräsident Hans Becker

Zunahme von Gewalt gegen Polizeibeamtinnen und -beamte

Die Gewalt gegen Polizeibeamte und -beamtinnen ging in den vier Landkreisen und dem Stadtkreis Heilbronn um 65 Fälle deutlich nach oben und liegt weit über dem Schnitt der letzten fünf Jahre. Als Grund führt der Heilbronner Polizeipräsident Hans Becker die steigende Feindseligkeit, besonders jüngerer Menschen gegenüber der Polizei an. In den meisten Fällen spielten Alkohol und Rauschgift eine Rolle

Im Fokus: Sexualstraftaten, Kinder- und Jugendpornografie

Durch die intensiven Ermittlungen und die Übermittlung von Verdachtsfällen aus dem Ausland an deutsche Behörden stieg die Fallzahl im Bereich der Kinder- und Jugendpornografie um rund 30 Prozent. Sorgen bereiten den Ermittlern auch zahlreiche Chatgruppen, in denen häufig auch Schüler kinder- und jugendpornografische Bilder versenden, ohne die strafrechtliche Tragweite zu erkennen. Heilbronns Polizei-Vize Thomas Schöllhammer sieht besonders in der Ermittlungsgruppe "Hydra" einen wichtiges Mittel zur Bekämpfung von Kinderpornografie.

Polizeipräsidium Heilbronn auf Platz zwei im Ranking

Mit 3.324 bekannt gewordenen Fällen pro 100.000 Einwohner ist die Kriminalitätsbelastung im Jahr 2021 insgesamt auf geringerem Niveau als im Vorjahr. Das Polizeipräsidium Heilbronn belegt damit im Ranking der sichersten Polizeipräsidien, knapp hinter dem Polizeipräsidium Ulm, den zweiten Platz. Unter den Stadtkreisen bleibt Heilbronn im Ländervergleich weiter auf dem Spitzenplatz in punco Sicherheit. Während alle Kreise im Zuständigkeitsbereich einen Abnahme der Straftaten verzeichnen, ist die Zahl einzig im Hohenlohekreis im vergangenen Jahr um sechs Prozent gestiegen.

Baden-Württemberg

Computerbetrug nimmt zu Kriminalitätsstatistik BW: Höchststand bei Cyberattacken - Strobl warnt wegen Krieg in Ukraine

Die Zahl der Straftaten ist laut Kriminalitätsstatistik insgesamt rückläufig. Cyberangriffe nehmen in BW allerdings zu. Strobl befürchtet wegen des Ukraine-Kriegs eine wachsende Gefahr.

Schwäbisch Hall

Schwäbisch Hall Weniger Straftaten im Kreis

Im Kreis Schwäbisch Hall ist die Zahl der Straftaten im vergangenen Jahr um knapp 5 Prozent zurückgegangen. Das geht aus der am Donnerstag vorgestellten Kriminalstatistik des Polizeipräsidiums Aalen hervor. Insgesamt registrierte die Polizei im Kreis Schwäbisch Hall knapp 5.900 Straftaten. Auffällig ist vor allem die Steigerung bei den Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung, hier gab es einen Anstieg um 46 Prozent auf 187 Fälle. Zurück ging dagegen die Zahl der Einbrüche: 1461 das sind gut 8 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Zahl der Unfallopfer blieb mit 578 Verletzten nahezu konstant, bei den Getöteten gab es einen Rückgang von 11 auf 7. Präsidiumsweit gab es deutlich mehr Fälle politisch motivierter Kriminalität und mit 163 auch deutlich mehr im Dienst verletzte Polizeibeamte.

Heilbronn

14 Durchsuchungen wegen Besitz und Verbreitung von Kinderpornos Heilbronner Polizei: Hinweis kam erneut aus den USA

Nach der Durchsuchung von mehreren Wohnung im Stadt- und Landkreis Heilbronn werten die Ermittler jetzt die sichergestellten Dateien aus.

Heilbronn

Heilbronn Mehr Platz für die Polizei

Im Polizeipräsidium Heilbronn wird nach und nach der neue Erweiterungsbau bezogen. In dem fünfgeschossigen Erweiterungsbau des bestehenden Präsidiumsgebäudes ist auf rund 4.000 Quadratmetern Platz für Büros. Unter anderem ziehen dort die Kriminalpolizeidirektion und das Führungs- und Lagezentrum ein. Daneben ist ein Polizeihof für den Fuhrpark entstanden. Mit dem Erweiterungsbau wurde nach Angaben des Innenministeriums eines der größten Bauprojekte der Polizeistrukturreform von 2014 umgesetzt. Die Kosten wurden bei der Grundsteinlegung vor drei Jahren mit rund 27 Millionen Euro angegeben. Die offizielle Einweihung soll Anfang April stattfinden.

STAND
AUTOR/IN
SWR