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Im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Heilbronn ist die Zahl der registrierten Straftaten im Jahr 2020 um 5,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesunken.

Sichtlich zufrieden stellte der Heilbronner Polizeipräsident Hans Becker am Mittwoch die Kriminalstatistik für das Jahr 2020 vor. Sein Präsidium hat im landesweiten Vergleich die niedrigste Fallzahl bei Straftaten pro 100.000 Einwohner. Es ist für die Landkreise Heilbronn, Main-Tauber, Hohenlohe und Neckar-Odenwald sowie den Stadtkreis Heilbronn zuständig.

2020 wurden insgesamt 31.482 Straftaten registriert, 2019 waren es noch 33.300. Die Corona-Pandemie spielte dabei sicherlich eine Rolle, weil die Menschen häufiger zu Hause waren.

Hans Becker, Präsident des Polizeipräsidiums Heilbronn (Foto: SWR)
Hans Becker, Polzeipräsidium Heilbronn

Rückgang bei Einbrüchen und Straßenkriminalität

Bei den Einbrüchen sank die Zahl mit 244 auf den niedrigsten Stand seit zehn Jahren. Über die Hälfte der gemeldeten Einbrüche waren nur Versuche. Die Polizei hatte hier einen Schwerpunkt gesetzt, mehr Präsenz gezeigt und bei Haus- und Wohnungsinhabern für mehr Einbruchsschutz geworben.

Auch bei der Straßenkriminalität gab es mit 1.027 Fällen einen deutlichen Rückgang. Die Zahlen sanken um 18,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Besonders niedrig sind sie im Hohenlohekreis. Die Polizei führt dies unter anderem auf die vielen coronabedingt abgesagten Straßenfeste und Veranstaltungen zurück.

Falsche Polizeibeamte sehr erfolgreich

Auch im Jahr 2020 gab es wieder zahlreiche Betrugsversuche, bei denen sich Menschen als Polizeibeamte ausgegeben haben, um so an die Ersparnisse von meist älteren Menschen zu kommen. Damit waren sie immer wieder erfolgreich. Der bei der Polizei gemeldete Schaden liegt bei über 600.000 Euro, mehr als doppelt so viel wie im Jahr zuvor. Mit dem sogenannten Enkeltrick wurden rund 100.000 Euro erbeutet.

Höchste Aufklärungsquote im Main-Tauber-Kreis

Besonders stolz ist die Polizei auf die Zahl der aufgeklärten Straftaten. Die Quote stieg im vergangenen Jahr um drei Prozent auf jetzt 65,4 Prozent. Dabei fällt besonders der Main-Tauber-Kreis auf, dort verzeichnet die Polizei die im landesweiten Vergleich höchste Aufklärungsquote mit 70,1 Prozent.

Kriminalitätsstatistik PP Heilbronn (Foto: SWR, Grafik: PP Heilbronn)
Kriminalitätsstatistik PP Heilbronn Grafik: PP Heilbronn

Sorgen macht den Beamten allerdings der Bereich Computerkriminalität. Hier gab es 2020 insgesamt 536 Fälle und damit 5,5 Prozent mehr als 2019. Auch gab es im vergangenen Jahr 215 Angriffe auf Polizei- und Rettungskräfte. Bei mehr als der Hälfte davon war Alkohol im Spiel.

"Wir haben pro Jahr auch immer etwa 300 Anzeigen wegen Beleidigung, wenn unsere Einsatzkräfte draußen übelst beleidigt werden."

Hans Becker, Polizeipräsident Polizeipräsidium Heilbronn

Mord, Totschlag und fahrlässige Tötung

Durch vorsätzliche Taten, die von der Polizei untersucht wurden, kamen in der Region 2020 fünf Menschen ums Leben. Eine Tat davon konnte bislang nicht aufgeklärt werden. Bei den meisten der insgesamt 26 sogenannten Straftaten gegen das Leben blieb es beim Versuch einer Tötung. Im Vergleich zum Vorjahr gab es nur einen marginalen Anstieg der Fallzahl.

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