Förderverein Krebsbachtalbahn (Foto: Förderverein Krebsbachtalbahn)

Umstrittener Ausbau

Kreistag Heilbronn für Ausbau der Krebsbachtalbahn

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AUTOR/IN
Timo Leiß

Der Kreistag Heilbronn will den Ausbau, eine Bürgerinitiative aus Bad Rappenau will ihn auch, doch der örtliche Gemeinderat ist dagegen.

Für den Kreistag Heilbronn war die Entscheidung schnell gefallen. Die Krebsbachtalbahn soll ausgebaut werden und künftig Bad Rappenau (Kreis Heilbronn) und Neckarbischofsheim (Rhein-Neckar-Kreis) enger verknüpfen.

Noch steht das Nein der Kommune, aber der Streit um den Ausbau der Krebsbachtalbahn vom "Touristen-Flitzer" zu einem Angebot des öffentlichen Nahverkehrs geht weiter und ist noch lange nicht am Ende. Jörg Haffelder sammelt Unterschriften für einen Bürgerentscheid - gegen das Nein des Gemeinderats und für den Ausbau.

"Wir haben sehr viele Lösungen aufgezeigt, die es gibt, um die Kritikpunkte auszuräumen. Daher erhoffen wir uns, dass der Gemeinderat sein Votum vom Mai überdenkt und unser Bürgerbegehren annimmt."

Ob der Ausbau wirklich kommt, ist trotz der Entscheidung des Kreistags Heilbronn offen. Ohne die Zustimmung der Stadt Bad Rappenau wird es wohl keine Erweiterung der Krebsbachtalbahn geben. Der Gemeinderat hatte vor einigen Wochen die Ausbaupläne mit knapper Mehrheit abgelehnt. Es gebe günstigere Lösungen wie eine bessere Busverbindung, dies sei aber nicht geprüft worden.

Bürgerbegehren will Zustimmung im Gemeinderat erreichen

Die Initiatoren des Bürgerbegehrens "Krebsbachtalbahn-Reaktivierung" sind damit nicht einverstanden. Genügend Stimmen hätten er und seine Mitstreiter bereits zusammen, damit über das Bürgerbegehren im Gemeinderat beraten werden muss, sagt Haffelder. Die Unterschriften sollen Anfang August an die Stadt übergeben werden. Dann muss der Gemeinderat erneut entscheiden, ob er dem Ausbau zustimmt oder es auf einen Urnengang der Bad Rappenauer Bürger ankommen lässt. Die Entscheidung des Bürgerentscheids ist für den Gemeinderat bindend.

Bad Rappenau müsste wohl drei Millionen Euro für den Ausbau aufbringen. Die Elektrifizierung der Strecke, der Neubau eines drei Kilometer langen Verbindungsstücks und weitere Maßnahmen sollen bei rund 50 Millionen Euro liegen. Die Investition werde zwischen Bund und Land, dem Landkreis Heilbronn, dem Rhein-Neckar-Kreis, Neckarbischofsheim und Bad Rappenau aufgeteilt. Die Betriebskosten will das Land tragen. Damit wäre die Krebsbachtalbahn auch an das Heilbronner Stadtbahnnetz angeschlossen.

Der letzte fahrplanmäßige Zug fuhr 2009 auf der Krebsbachtalbahn. Seit 2010 fahren hier im Ausflugsverkehr in den Sommermonaten an Sonn- und Feiertagen und jeden 2. Mittwoch wieder Züge. (Foto: SWR, Alexander Schweitzer)
Der letzte fahrplanmäßige Zug fuhr 2009 auf der Krebsbachtalbahn. Seit 2010 fahren hier im Ausflugsverkehr in den Sommermonaten an Sonn- und Feiertagen und jeden 2. Mittwoch wieder Züge. Alexander Schweitzer

Eines scheint aber schon jetzt klar: Auch wenn der Ausbau der Krebsbachtalbahn kommt, bedeutet das wohl das Aus für den "Touristen-Flitzer". In den Plänen für den Ausbau ist auch eine Stilllegung einer Teil-Strecke vorgesehen, auf der der "Rote Flitzer" bisher Touristen im Ausflugsverkehr durch die Sommerfrische ruckelt.

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