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Die Stadt Crailsheim (Kreis Schwäbisch Hall) hat sich zu einem der bundesweiten Corona-Hotspots entwickelt. Der Wert der Sieben-Tage-Inzidenz liegt seit Freitagmittag über 500.

Aufgrund der vielen Corona-Neuinfektionen in Crailsheim (Kreis Schwäbisch Hall) - die Sieben-Tage-Inzidenz liegt laut Stadtverwaltung aktuell bei 500,1 (Stand Freitagmittag) - hat das Landratsamt gestern Abend angeordnet, dass in der Crailsheimer Kernstadt ab sofort eine medizinische Maske oder ein vergleichbarer Atemschutz getragen werden muss. Ausnahmen gelten für Menschen mit einem Attest, für Kinder unter sechs Jahren und für Individualsport. In Einkaufsläden, die laut Corona-Verordnung öffnen dürfen, ist nur ein Kunde pro 20 Quadratmeter erlaubt. Zum Vergleich: In Baden-Württemberg beträgt die landesweite Sieben-Tage-Inzidenz zurzeit 69,1.

Kein normaler Schulbetrieb ab Montag

Nach weiter gestiegenen Corona-Infektionen und einer Sieben-Tage-Inzidenz von 216, hat der Landkreis Schwäbisch Hall jetzt eine Allgemeinverfügung erlassen. Diese betrifft auch den Schulbetrieb. Die Grundschulen gehen am Montag nicht in den Regelbetrieb, laut Allgemeinverfügung ist nur Wechselbetrieb möglich. Bei den Klassen 5 und 6 der weiterführenden Schulen wurde Fernunterricht angeordnet, die Notbetreuung bleibt aufrechterhalten. Dieser Schritt sei wegen des diffusen Infektionsgeschehens und der Virusvarianten im Landkreis Schwäbisch Hall notwendig, heißt es in der Mitteilung.

"Wir können nicht sagen, dass wir es im Griff haben." 

Christoph Grimmer, Oberbürgermeister Crailsheim

Mehrere Corona-Ausbrüche in Einrichtungen und Betrieben

Betroffen ist unter anderem der Baubetriebshof. Das meldete am Donnerstagnachmittag die Crailsheimer Stadtverwaltung. Zehn Mitarbeiter wurden positiv getestet, in mindestens einem Fall handle es sich um die britische Variante. Am Vormittag hätten Schnelltests zwei weitere positive Ergebnisse gebracht, da stünden die Ergebnisse durch die genaueren PCR-Tests jedoch noch aus. In den vergangenen Tagen gab es Corona-Ausbrüche in einer Flüchtlings- und Obdachlosenunterkunft, in zwei Kindergärten und mehreren Betrieben.

Britische Coronavirus-Variante breitet sich schnell aus

Der Landkreis Schwäbisch Hall gehört mit einer Inzidenz von 193,1 zu den Hotspot-Regionen in Deutschland. Inzwischen handelt es sich bei rund 70 Prozent der Infektionen um die britische Variante, sagte der Sozialdezernent des Kreises Schwäbisch Hall Gerald Diem dem SWR am Donnerstag.

Vorwiegend stecken sich demnach Mitarbeitende kleinerer Betriebe an und tragen das Virus in ihre Familien. Das Gesundheitsamt kann die Kontakte derzeit noch nachverfolgen, so Diem weiter.

"Der 70-prozentige Anteil der Virus-Variante überrascht uns sehr. Wir sind Anfang des Jahres davon ausgegangen, dass der Anteil unter zehn Prozent liegen wird. Es ist bereits ein Trend erkennbar, dass auch die stationären Aufnahmen steigen."

Gerald Diem, Sozialdezernent im Landkreis Schwäbisch Hall

Die Strategie laute: testen und die Impfkapazitäten ausschöpfen. Diem bestätigte allerdings auch, dass er nach wie vor keine verlässlichen Informationen über künftige Impfstoffmengen bekomme. Immer wieder seien Zahlen kurzfristig nach unten korrigiert worden. 

Warnung vor dritter Corona-Welle

Unterdessen warnen Kommunalpolitiker im Kreis Schwäbisch Hall vor einer dritten Corona-Welle im Land. Schwäbisch Halls Oberbürgermeister Hermann-Josef Pelgrim (SPD) sagte, er sehe die Gefahr, dass bald das ganze Land wieder im Lockdown ist.

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