Ausfälle wegen Krankenstand in Krankenhäusern

Viele Corona-Fälle: Urlaub abgebrochen für Klinikbetrieb

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Immer wieder unterbrechen Klinikmitarbeiter ihre Freizeit, um den Klinikbetrieb aufrecht zu erhalten. Trotzdem werden Operationen und Untersuchungen teilweise verschoben.

In den SLK-Kliniken Heilbronn sind aktuell rund 400 Mitarbeitende krank, teilte Unternehmenssprecherin Marlies Kepp mit. Corona und die Quarantäne sei wahrscheinlich einer der Gründe dafür. Bereits in der vergangenen Woche war der Krankenstand auf ähnlichem Niveau, jetzt habe er sich jedoch eher noch verschärft. Das belaste nicht nur die arbeitenden Kollegen besonders, sondern wirke sich auch auf die Gesundheitsversorgung aus.

"Wir konnten ein MRT nicht nutzen, weil das Fachpersonal ausgefallen ist, und wir konnten das nicht ersetzen."

Die Situation in Heilbronn ist kein Einzelfall. Auch die BBT-Gruppe mit Krankenhäusern in Tauberbischofsheim, Bad Mergentheim (Main-Tauber-Kreis) und Öhringen (Hohenlohekreis) berichtet von einer massiven Belastung durch Krankheitsausfälle. Es vergehe kein Tag ohne coronabedingte Personalausfälle, so der Pflegedirektor des Caritas-Krankenhauses Bad Mergentheim, Frank Feinauer.

Krankenstand war bei Urlaubsplanung nicht absehbar

Der hohe Krankenstand verursacht überall Probleme, über alle Stationen im Krankenhaus hinweg. Vor allem im pflegerischen Bereich sei es besonders spürbar, so Kepp. Bei der Urlaubsplanung sei zudem nicht mit einem so hohen Krankenstand gerechnet worden, weshalb jetzt Personal fehle, erklärte Kepp weiter. Aktuell seien es doppelt so viele Krankheitsfälle unter den Mitarbeitenden wie normalerweise.

Mitarbeitende mussten laut Kepp deshalb schon ihren Urlaub verschieben: "Wir haben viele Mitarbeiter, die aufgrund der aktuellen Situation jetzt einspringen müssen und ihre Urlaubspläne anpassen müssen."

Caritas-Krankenhaus in Bad Mergentheim (Foto: Pressestelle, BBT-Gruppe)
Caritas-Krankenhaus in Bad Mergentheim Pressestelle BBT-Gruppe

Keine "Corona-Erholung" im Sommer

Die erhoffte Erholungsphase im Sommer bleibe wegen des enormen Krankenstandes aus. Das Gegenteil sei eingetroffen, sagte Feinauer. "Es gibt keine Verschnaufpause für unsere Kolleginnen und Kollegen."

"Von den Kolleginnen und Kollegen wird – wieder einmal – sehr viel Flexibilität verlangt, etwa Einspringen aus dem Frei oder die Übernahme von zusätzlichen Diensten, um krankheitsbedingt ausgefallene Mitarbeiter zu ersetzen."

Arbeiten trotz Corona-Positiv

Trotz der angespannten Situation bleiben in den Krankenhäusern der BBT-Gruppe und der SLK-Kliniken Corona-Erkrankte daheim. Gesetzlich dürften symptomfreie Beschäftigte trotz positiven Tests im Krankenhaus arbeiten. Diese Möglichkeit wollen beide Unternehmen nach eigener Aussage jedoch nicht nutzen und nur negativ getestete Menschen arbeiten lassen.

"Wir haben entschieden, diese Ausnahmeregelung im Caritas-Krankenhaus, im Hohenloher Krankenhaus und im Krankenhaus Tauberbischofsheim nicht anzuwenden."

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