Kiliansplatz in Heilbronn Advent 2021 abends mit wenigenen Passanten (Foto: SWR, Jürgen Härpfer)

Vorschlag der Umwelthilfe: Ein beleuchteter Baum pro Gemeinde

Weihnachtsbeleuchtung: Verschiedene Pläne in der Region

STAND

Die Kommunen in der Region Heilbronn-Franken arbeiten unterschiedliche Konzepte aus, was die diesjährige Weihnachtsbeleuchtung angeht. Ein Vorschlag der DUH wird kritisch gesehen.

Die Kommunen in der Region Heilbronn-Franken sind sich einig: es muss Energie gespart werden, auch in der Weihnachtszeit. Der Vorschlag des Geschäftsführers der Deutschen Umwelthilfe (DUH) Jürgen Resch, ein beleuchteter Baum pro Gemeinde würde doch genügen, kommt allerdings nicht überall gut an. DUH-Chef Resch sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, es sollte diesen Winter eine Selbstverständlichkeit sein, auf Weihnachtsbeleuchtung zu verzichten. Sowohl in Kommunen als auch privat. Das würde bedeuten: Keine Lichter mehr am Weihnachtsbaum im Wohnzimmer, keine Lichterketten mehr auf den Straßen.

In der Heilbronner Innenstadt sind die meisten Befragten in einer nicht repräsentativen Umfrage des SWR eher dagegen, die Beleuchtung einzuschränken. "Ein bisschen übertrieben" findet es eine Fußgängerin. "Auf Weihnachtsbeleuchtung sollte man nicht verzichten. Jeder Mensch braucht ein bisschen Aufhellung im Dunkeln", heißt es von einem anderen Passanten.

Heilbronn will Maß und Mitte finden

In Heilbronn sieht man den Vorschlag der DUH kritisch. Zwar will die Stadt bei der Beleuchtung einsparen, ein konkretes Konzept liegt final aber noch nicht vor, heißt es. Der Weihnachtsmarkt soll etwa mit stromsparenden LEDs beleuchtet werden. Die Stadt will Gastronomie und Handel in der Innenstadt allerdings nicht ganz im Stich lassen. Außerdem sei es für den gesellschaftlichen Zusammenhalt ein positives Signal, wenn die Innenstädte in der Weihnachtszeit nicht dunkel blieben, so Sara Furtwängler von der Heilbronn Marketing GmbH.

Künzelsau: Weniger und weniger lange

In Künzelsau (Hohenlohekreis) werde es etwas weniger Weihnachtsbeleuchtung als sonst geben, und diese werde nur noch bis 22 Uhr beleuchtet, so Stadtsprecherin Elke Sturm. Bislang gab es bis 0:30 Uhr Beleuchtung. Die Weihnachtsbäume am alten und am neuen Rathaus würden weiterhin aufgestellt und beleuchtet.

Schöntal diskutiert Weihnachtsbaum-Vorschlag

Die Gemeinde Schöntal (Hohenlohekreis) wird ihren zweitägigen Weihnachtsmarkt am Kloster Schöntal so beleuchten wie immer. Das sei durch den kurzen Zeitraum energiepolitisch vertretbar, sagte Bürgermeister Joachim Scholz dem SWR. Der Vorschlag der Deutschen Umwelthilfe, nur einen Baum pro Gemeinde zu beleuchten, würde nur in Ortschaften mit einem zentralen Marktplatz funktionieren. Schöntal bestehe aus neun Ortschaften, im Gemeinderat werde jetzt über die Möglichkeiten diskutiert, zwei Bäume an zwei Standorten oder neun Bäume insgesamt zu beleuchten, so Scholz weiter.

Schwäbisch Hall und Gaildorf bleiben wohl dunkel

In Schwäbisch Hall und in Gaildorf (Kreis Schwäbisch Hall) ist der Plan im Moment, ganz auf Weihnachtsbeleuchtung zu verzichten. Daniel Kuhn, in Gaildorf zuständig für Stadtmarketing, sagte dem SWR, das lese er aus der sogenannten EnSikuMav. Die Energiesparverordnung hatte der Bund zum September 2022 beschlossen. In Gaildorf sollen Bäume dafür alternativ geschmückt werden und wenn sich an der Lage noch etwas ändert, habe man dort LED-Beleuchtung in der Hinterhand.

Auch Gemeindetag stellt Vorschlag in Frage

Auch beim Gemeindetag Baden-Württemberg fragt man sich, ob mit solch grundsätzlichen Vorschlägen wie dem der DUH geholfen ist. Diese würden die unterschiedlichen Situationen in den Gemeinden vor Ort verkennen. Diese wüssten meist am besten, wie sie konkret Energie einsparen könnten. Mit Blick auf die EnSikuMav stellt der Gemeindetag aber klar, dass "die kurzzeitige Beleuchtungen [von Gebäuden] bei Kulturveranstaltungen" durchaus erlaubt sei. Die Beleuchtung eines Weinachtsbaumes würde die Verordnung keineswegs verbieten.

Mehr zum Energiesparen an Weihnachten:

Baden-Württemberg

Energiekrise zwingt zum Sparen BW-Kommunen planen weniger Weihnachtsbeleuchtung

Städte und Gemeinden wollen im kommenden Winter deutlich weniger Energie verbrauchen. Sie machen auch bei der weihnachtlichen Beleuchtung Abstriche. Es gibt bereits Kritik an den Plänen.  mehr...

SWR4 BW am Vormittag SWR4 Baden-Württemberg

Baden-Württemberg

Drohende Energiekrise Städte und Kommunen in BW wollen Weihnachtsbeleuchtung reduzieren

Einige Städte und Gemeinden in Baden-Württemberg setzen wegen der Energie-Krise auf weniger Weihnachtsbeleuchtung oder wollen ganz darauf verzichten. Die Stadt Heidelberg etwa hat nach eigenen Angaben vor, den Lichterschmuck beim Weihnachtsmarkt auf ein Mindest-Maß zu reduzieren. Das Stuttgarter Rathaus verzichtet komplett auf seine Weihnachtsbeleuchtung und den Adventskalender in seinen Fenstern.  mehr...

Wegen Energiekrise Es weihnachtet (nicht so) sehr – Städte wollen Beleuchtung sparen

Der Winter wird nicht nur für uns eine (finanzielle) Herausforderung in puncto Gas und Strom. Auch die Städte müssen sparen. Wie sie das machen wollen, lest ihr hier.  mehr...

STAND
AUTOR/IN
SWR