Klimamanagerin  (Foto: SWR)

Schwäbisch Hall: Klimaschutz fängt im Landkreis an

Klimaschutz und Kreisverwaltung: Management für die grüne Sache

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Viel über Klimaschutz geredet wurde etwa auf der Weltklimakonferenz. Lokal wird viel getan - dabei sollen Klimaschutzmanager helfen: wie im Kreis Schwäbisch Hall.

Caroline Schöner hat als Klimaschutzmanagerin im Kreis Schwäbisch Hall alle Hände voll zu tun. Denn der Kreis ist weit. Die Fläche: eine der größten in Baden-Württemberg. Klimawende auf dem Land, das ist deutlich schwerer als in der Stadt. Caroline Schöner berät, macht Angebote, trotz aller Probleme, die den Klimaschutz im ländlichen Raum besonders schwierig machen. Denn dort seien die Distanzen viel größer, die Menschen würden weiter auseinander wohnen, sagt sie. Und nicht jeder habe eine Bushaltestellte vor Ort.

Busunternehmer will bessere Förderung der Ladeinfrastruktur

Davon kann Frank Röhler ein Lied singen. Er ist Busunternehmer in Schwäbisch Hall. Nur ein kleiner Teil seiner einhundert Busse fährt elektrisch, vor allem aber im Stadtverkehr. Er will weiter umstellen. Für die Langstrecke hänge es aber an der Reichweite. Ohne bessere Förderung der Ladeinfrastruktur fahre gerade bei kleineren, privaten Unternehmen auf dem Land, wie seinem, der Diesel-Bus wohl länger als geplant.

"Die Förderung müsste unserer Ansicht nach um den Faktor drei vielleicht auch um den Faktor vier erhöht werden. Wenn es bei diesem Niveau bleibt, werden wir halt langsamer umstellen können und auch werden."

Parkplatz des Schenkenseebads soll mit Photovoltaik überdacht werden

Die Klimawende hat viele Baustellen, auch im Landkreis. Eine davon: der Parkplatz des Schenkenseebads in Schwäbisch Hall. Die Stadtwerke planen den Parkplatz mit Photovoltaik zu überdachen. Klimaschutzmanagerin Caroline Schöner und die Stadtwerke wollen dafür sorgen, dass noch ein Modellprojekt dazu kommt. Ein Stromspeicher aus gebrauchten Batterien von Elektroautos. Schöner freut sich, mit solchen Projekten den Klimaschutz im Kreis voran bringen zu können. Gerade an der Basis sei der Bereich, wo man wirklich was bewegen könne beim Klimaschutz.

Klimaschutzziele im Kreis Schwäbisch Hall

40% weniger CO2 Ausstoß bis 2030 im Vergleich zu 2014, Ausbau von Windkraft und Photovoltaik, Verkehrswende auf Elektroautos - das alles hat sich der Landkreis vorgenommen. Beraten und Anstoßen: das ist ein großer Teil der Arbeit der Klimaschutzmanagerin. Was daraus entstehen kann, zeigt sich etwa auf dem Uhlbachhof von Fritz Jäger. Die Photovoltaik auf dem Dach: geplant und finanziert von der Energieagentur des Kreises. Der Landwirt stellt die Flächen und bekommt Miete - ohne diese Hilfe würde die Sonne wohl weiter nur auf Dachziegel scheinen.

"Das finde ich auch wichtig, dass man hier vor Ort in der Region sieht, welche Früchte die Arbeit trägt und auch wirklich sieht: man kann hier auch vor Ort was machen und was bewirken."

Photovoltaik auf dem Uhlbachhof von Fritz Jäger (Foto: SWR)
Photovoltaik auf dem Uhlbachhof von Fritz Jäger

Auf vielen Flächen im Landkreis sind solche Anlagen entstanden, mit Hilfe von Klimaschutzmanagerinnen und -managern wie Caroline Schöner. Mittlerweile kann rein rechnerisch der gesamte Strom, der im Landkreis von Mensch und Wirtschaft verbraucht wird, durch Sonnen oder Windkraft erzeugt werden. Durch Anlagen wie auf dem Uhlandhof.

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