Ein Mitglied des medizinischen Personals in einem Corona-Testzentrum steckt ein Wattestäbchen nach einem PCR-Abstrich zum Test auf Covid-19 in ein Röhrchen.  (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Michael Kappeler)

Trotz Corona-Warnstufe in Heilbronn-Franken

Ärzte rechnen nicht mit erhöhter Nachfrage nach PCR-Tests

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Am Mittwoch tritt in Baden-Württemberg die Corona-Warnstufe in Kraft, mit einer PCR-Testpflicht für Ungeimpfte. Ärzte erwarten dennoch keine erhöhte Nachfrage.

Nachdem am Freitag erstmals der Wert von 250 Corona-Patientinnen und -Patienten auf Intensivstationen im Land überschritten wurde, ist die Zahl bis Dienstag auf 284 angestiegen. Deshalb tritt am Mittwoch die Warnstufe in Kraft.

PCR-Tests zu teuer, für Ungeimpfte unwirtschaftlich

Das hat zur Folge, dass für Ungeimpfte in vielen Bereichen wie Museen, Theater, Kinos und Restaurants, eine PCR-Testpflicht gilt. Diese Tests müssen die Betroffenen aus eigener Tasche bezahlen.

Die Hausärzte in der Region Heilbronn-Franken rechnen allerdings nicht mit einer erhöhten Nachfrage nach solchen Tests. So glaubt Hausarzt Tobias Neuwirth von der Corona-Schwerpunktpraxis in Neckarsulm-Obereisesheim (Kreis Heilbronn) beispielsweise, dass PCR-Tests sich auf Dauer für Ungeimpfte nicht lohnen. Ein solcher Test koste seiner Aussage nach zwischen 90 und 100 Euro.

"Für Ungeimpfte ist das einfach wirtschaftlich gar nicht machbar."

Mit der PCR-Testpflicht und den damit verbundenen hohen Kosten für Ungeimpfte steige der Druck, sich doch impfen zu lassen, so Neuwirth.

Druck auf Ungeimpfte steigt, steigende Impfbereitschaft nicht erwartet

Die hohen Kosten sieht auch auch Manfred Frenzel, Allgemeinmediziner aus Oberstenfeld (Kreis Ludwigsburg), der noch Praxen in Lauffen und Ellhofen (beide Kreis Heilbronn) betreibt. Dass Ungeimpfte sich nun allerdings doch noch für eine Impfung entscheiden, daran glaubt Frenzel nicht. Die meisten hätten ihre Entscheidung dahingehend schon getroffen.

"Man muss aufpassen, dass man da nicht in die Rolle eines Missionars kommt. Das wollen wir Ärzte auch nicht."

Impfbus weiter unterwegs, Nachfrage nach Dritt-Impfungen steigt

Im Heilbronner Stadtgebiet wird nach Angaben der Stadtverwaltung der Impfbus vorerst weiterhin bis Ende des Jahres touren und Erst-, Zweit- sowie Drittimpfungen anbieten. Insgesamt seien dort bereits 5.715 Spritzen verabreicht worden. Tobias Neuwirth empfiehlt aus medizinischer Sicht weiterhin eine Impfung, bei ihm hätten auch die Nachfragen nach Drittimpfungen zugenommen.

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