JVA Heilbronn (Foto: SWR)

JVA-Angestellter bereits festgenommen

Drogenhandel-Verdacht: Polizei durchsucht Heilbronner Gefängnis

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Die Polizei hat am Freitag das Heilbronner Gefängnis durchsucht. Grund sei mutmaßlicher Drogenhandel in der JVA.

Am Freitagmittag lief ein Einsatz der Polizei in der Justizvollzugsanstalt Heilbronn. Es steht der Verdacht des bandenmäßig organisierten Betäubungsmittelhandels im Raum.

Ermittlungen gegen insgesamt 33 Beschuldigte

Dem voraus ging, dass laut Polizeimitteilungen bereits am Donnerstagmorgen ein Bediensteter der JVA Heilbronn festgenommen worden war, weil er im Verdacht steht, Doping- und Betäubungsmittel ins Gefängnis geschmuggelt zu haben. Weitere Mitarbeitende der Justizvollzugsanstalt stünden nicht unter Verdacht. Nun ließ die Staatsanwaltschaft Heilbronn das Gefängnis durchsuchen. Auslöser des Verfahrens sei eine Meldung der Leitung gewesen, so die Mitteilung. Ein erster Verdacht des Drogenschmuggels sei im Februar aufgekommen, seitdem wurde ermittelt, heißt es.

Laut Staatsanwaltschaft besteht der Verdacht, dass in der "JVA eine bandenmäßige Struktur herrscht, die sich dem Betäubungsmittel- und Dopinghandel verschrieben hat", so eine Sprecherin.

In dem Zusammenhang wurden mehrere Privatwohnungen durchsucht, dabei seien drei weitere Tatverdächtige festgenommen worden. 

Wohl Drogen seit 2021 eingeschmuggelt und verkauft

Die Ermittlungen richten sich gegen insgesamt 33 Beschuldigte. Neben den eigentlichen Bandenmitgliedern seien darunter auch Lieferanten, Abnehmer und andere Beteiligte. Den Hauptbeteiligten wird vorgeworfen, seit Mitte 2021 Doping- und Betäubungsmittel in die Justizvollzugsanstalt Heilbronn eingeschmuggelt und dort mit hohen Gewinnaufschlägen verkauft zu haben.

Personen, die in der JVA Heilbron inhaftiert sind oder waren, hätten Bestellungen für die Drogen entgegen genommen, die Zahlungen seien dann außerhalb der Gefängnismauern über Verwandte oder Bekannte erfolgt, sagte die Staatsanwaltschaft dem SWR. "Es war ein relativ ausgeklügeltes System", so die Sprecherin.

JVA-Schmuggelaffäre 2018

Bereits 2018 gab es eine Schmuggelaffäre in der JVA Heilbronn. Mehrere Mitarbeitende der Justizvollzugsanstalt gerieten damals unter Verdacht. Verurteilt wurde dann ein Gefängnismitarbeiter, weil er Drogen und Handys für Häftlinge ins Gefängnis geschmuggelt hatte. Eine Bande hatte ihn bestochen, auch die Beteiligten wurden verurteilt. Der Schmuggel hatte auch für den damaligen Gefängnisleiter Konsequenzen, er wurde versetzt. Einen Zusammenhang zwischen Schmuggelaffäre 2018 und der Durchsuchung in der JVA jetzt gebe es nach Ansicht der Staatsanwaltschaft nicht.

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SWR