Drei "Junge Landfrauen" In Kupferzell unter einem Baum (Foto: verschieden)

Neue digitale Angebote: "Wir sind am Puls der Zeit"

"Junge Landfrauen": Corona hat Arbeit verändert - neue Themen im Fokus

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AUTOR/IN
Jan Arnecke

Die Pandemie hat die Arbeit der Landfrauen verändert. Die "Jungen Landfrauen" setzen ihre eigenen Themen und haben neue online-Formate.

Die LandFrauen Baden-Württemberg feiern in diesem Jahr 75-jähriges Jubiläum. Doch in vielen Ortsvereinen fehlt es an Nachwuchs, der Altersdurchschnitt steigt. Anfang 2020 hat sich Tanja Maurer, aus dem Vorstand des Landfrauenkreisverbands Hohenlohe, überlegt: Wie kann man dem entgegenwirken? Wie kann man jungen Frauen zeigen, was bei uns alles geht?

"Junge Landfrauen" entstehen

Ergebnis war eine Auftaktveranstaltung unter dem Titel "Junge Landfrauen" in Kupferzell (Hohenlohekreis). Die Resonanz war für sie überwältigend. Mit 50 Frauen hatte sie gerechnet, wurde belächelt. Am Ende kamen 70 interessierte junge Frauen nach Kupferzell.

Bei dem Treffen ging es darum, die Landfrauen kennenzulernen und sich auszutauschen, welche Themen die jüngeren Frauen interessieren.

Mehrere Landfrauen vor einem Landfrauenstand beim Niedernhaller Stadtfest (Foto: verschieden)
Nicht zuletzt durch die Aktion "Junge Landfrauen" kamen neue, jüngere Mitglieder dazu, wie hier beim Niedernhaller Stadtfest verschieden

"Für uns [jüngere Landfrauen] sind eben Themen wie Erziehung, wie es bei den Kindern in der Schule weitergeht beispielsweise interessant, was die Älteren einfach nicht mehr interessiert."

Maria Kümmerer, inzwischen im Vorstand des Ortsvereins Kupferzell, erinnert sich, dass schnell klar war: Hier gibt es viele Gemeinsamkeiten und eine große Vielfalt an Themen. Grund für sie mitzumachen. Auch Ina Beck aus Niedernhall war dort. Zwar war sie, als die Auftaktveranstaltung der "Jungen Landfrauen" stattfand, schon Mitglied im Niedernhaller Ortsverein (Hohenlohekreis), doch ihr fehlten Themen für junge Frauen.

"Junge Landfrauen Hohenlohe" ins digitale Zeitalter katapultiert

Kurz danach der erste Lockdown, der die Entwicklung ausbremste. Auf einmal stand man vor ganz anderen Problemen als Nachwuchs zu finden. Treffen, wie sie bei den Landfrauen auch für Workshops oder Weiterbildungen üblich waren, konnten nicht mehr stattfinden. Ein Online-Angebot gab es damals noch nicht.

"Als die Pandemie kam, gab es die erste Zeit außer E-Mail-Kontakt gar nichts. Erst nach etwa einem Jahr kamen dann die ersten Online-Angebote."

Zwar wurde das Thema Digitalisierung bereits 2019 zum Leitthema der Landfrauen, doch mit der Corona-Pandemie musste sich schnell etwas ändern. Nach etwa einem Jahr war es so weit: Die ersten digitalen Veranstaltungen fanden statt.

Im Kreisverband Hohenlohe gibt es seit Kurzem auch Tablets zum Ausleihen, damit wirklich jedes Mitglied die Möglichkeit hat an eben diesen Veranstaltungen teilzunehmen. Ina Beck meint allerdings, damit könnte man fast schon zu spät dran sein. "Wer sich damit auseinandersetzen will, hat das schon gemacht", glaubt sie.

Corona-Pandemie hatte auch Vorteile

Neben Problemen, die die Pandemie mit sich brachte, habe diese aber auch ihre Vorteile gehabt, glaubt Maria Kümmerer. So musste man sich zwangsläufig, sowohl privat als auch in den Ortsvereinen und Kreisverbänden mit dem Thema Digitalisierung intensiv auseinandersetzen.

"Man wusste, man sollte die Digitalisierung angehen, man muss es angehen. Und dadurch ist dieser Weg auch etwas einfacher gewesen. Einfacher in Anführungsstrichen."

Und auch Ina Beck kann dem etwas Positives abgewinnen. Denn gerade für die jüngeren Mitglieder wie sie, die oftmals auch junge Kinder haben, ist es nicht immer möglich an allen Veranstaltungen, die sie interessieren, in Präsenz teilzunehmen.

"Ich hatte zum Beispiel mal keinen Babysitter und konnte dann von zuhause aus mitmachen. Wenn was mit den Kindern gewesen wäre, hätte ich schnell reagieren können und es hat trotzdem Spaß gemacht."

Inzwischen gibt es viele solcher digitalen Angebote, manche werden auch hybrid, also zum Teil in Präsenz, gleichzeitig aber auch online veranstaltet. Und auch bei der Themenauswahl hat sich viel getan. So sind auch wieder mehr Themen für jüngere Mitglieder rund um Erziehung, Schule und Kreativität dabei. Doch auch die älteren Mitglieder, die sich nach Ina Becks Erfahrung eher für Gesundheitsthemen und dergleichen interessieren, gibt es inzwischen Online-Angebote.

Landfrauen haben vielfältige Themen und Angebote

Viele Landfrauen aus dem Hohenlohekreis stehen vor einem Bus (Foto: verschieden)
Insgesamt 3.000 Landfrauen aus ganz Deutschland waren beim Landfrautentag in Fulda dabei. Hier zu sehen die "Delegation" aus dem Hohenlohekreis verschieden

Im Kreisverband Hohenlohe sei man inzwischen wieder gut aufgestellt, so Tanja Maurer. Auch dank ihrer Idee mit den "Jungen Landfrauen". Nichtsdestotrotz gebe es noch viele Frauen in der Region, die vielleicht noch eine falsche, veraltete Vorstellung von den Mitgliedern und Aktionen haben. Es gehe längst nicht mehr nur ums Kuchenbacken. So wurde beispielsweise beim Landfrauentag in Fulda in diesem Jahr auch Politik gemacht. Themen wie Gleichstellung, Hebammenversorgung, Mammographie-Screening bis 75 oder auch schnelles Internet auf dem Land seien Themen, für die sich die Landfrauen einsetzen.

"Die Landfrauen sind echt am Puls der Zeit."

Und auch im Kreis Heilbronn machen die Landfrauen dieser Tage auf sich aufmerksam. Vom 13. Juli bis in den Oktober hinein, gibt es auf der Eppinger Gartenschau verschiedene Workshops – explizit für alle, nicht nur für Mitglieder. Eine Übersicht, was da alles angeboten wird, finden Sie hier.

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Jan Arnecke