Jugendherberge Heilbronn nach Corona (Foto: SWR)

Freude bei Personal und Gästen über unbeschwerte Aufenthalte

Jugendherbergen in Heilbronn-Franken platzen aus allen Nähten

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Mit dem Wegfall der Corona-Beschränkungen und der Lockdowns kommt das Leben zurück in die Jugendherbergen in der Region. Für Personal und Gäste eine "unglaubliche Erleichterung".

Kurz vor den Sommerferien in Baden-Württemberg stehen bei vielen Schulklassen noch einmal Ausflüge an. Oft gehört dazu auch ein Aufenthalt in einer der vielen Jugendherbergen in der Region Heilbronn-Franken. Dorthin sei das Leben zurückgekehrt, freut sich Angela Manetto, die seit November 2019 die Jugendherberge in Heilbronn leitet.

Eine Flut an Anfragen - nicht nur in Heilbronn

Mit den Anfragen, die sie erhalten, könnte man die Jugendherberge in Heilbronn sicher zwei Mal füllen, so Manetto. So sieht es auch in Creglingen (Main-Tauber-Kreis) aus, bestätigt der dortige Jugendherbergsleiter Jens Leutz. "Das Leben kommt zurück", freut sich Anegla Manetto.

"Das Telefon steht nicht still und die E-Mails kommen. Wir haben unheimlich viele Anfragen, vor allem von Schulklassen."

Die eigenen Räumlichkeiten reichen dafür allerdings nicht aus, daher versuchen die Jugendherbergen in der Region untereinander zu vermitteln.

Pandemie hat Gäste verändert

Bei den Gästen, den Lehrerinnen und Lehrern und den Schulklassen sei eine Veränderung zu spüren, bemerkt Manetto. Vor der Pandemie gab es fixe Termine, an denen die Klassenfahrt stattfinden musste. Jetzt spüre sie viel mehr Flexibilität, Offenheit und auch Dankbarkeit. Manetto hofft, dass die Menschen sich das beibehalten und als etwas Positives aus der Corona-Pandemie mitnehmen.

"Die Kinder lachen eins lauter, die rennen eins schneller, die schreien mit ein bisschen mehr Freude. Das ist so schön zu sehen und zeigt mir wieder, dass ich den richtigen Job habe."

Allem voran spüre sie natürlich auch Erleichterung, vor allem bei den Kindern und Jugendlichen. "Endlich wieder frei sein", soll eines der Kinder mal zu ihr gesagt haben, erzählt die Herbergsleiterin.

Jugendherberge Heilbronn nach Corona (Foto: SWR)
Jugendherberge Heilbronn: An der Rezeption gibt es unzählige Anfragen via Telefon oder E-Mail

Harte Pandemie-Jahre in der Jugendherberge

Doch wie in fast allen Branchen und Bereichen des Lebens lagen vor alledem zwei schwere Jahre. Ein paar Monate, nachdem sie die Leitung übernommen hatte, mussten sie die Jugendherberge erst einmal auf unbestimmte Zeit schließen. Angela Manetto erinnert sich, wie schwer die darauf folgende Zeit war. Ein Vertrauensverhältnis mit dem Personal aufzubauen - in der kurzen Zeit vom Beginn ihrer Tätigkeit als Leiterin bis zum ersten Lockdown sei das kaum möglich gewesen, so Manetto.

Dankbar ist sie daher für die Unterstützung "von oben", aus der Geschäftsleitung. Die Kommunikation sei sehr gut gewesen, erinnert sie sich. "Wir schaffen das gemeinsam", sei oft zu hören gewesen. Hinzu kamen Fördergelder. Ohne die, so sagt sie, hätten sie es vielleicht nicht durch die Pandemie geschafft.

Ein positiver Aspekt, den sie aus der Corona-Zeit zieht: Auch das Team in der Jugendherberge sei "wahnsinnig zusammengewachsen". Es mache die 41-Jährige sehr glücklich, jetzt das Leben in "ihr" Haus zurückkehren zu sehen.

Zurück zu den eigentlichen Aufgaben

Das sei ein unbeschreibliches Gefühl und endlich, so Manetto, könne man wieder das tun, was man tun möchte, nämlich die eigentliche Jugendherbergsarbeit. Das sozial-emotionale Lernen sei nun wichtiger denn je und genau das versuche man nun auf bestem Wege zu fördern.

"Die Kinder und Jugendlichen waren ja die, die unter der Pandemie am meisten gelitten haben."

Schulungen und Weiterbildungen

Ein weiterer positiver Aspekt sei die Zeit gewesen, die man gehabt habe, um sich beispielsweise um Schulungen und Weiterbildungen zu kümmern, aber auch, um neue Ideen zu entwickeln und das Programm zu erweitern. Denn genau diese Programme, diese Angebote bräuchten jetzt die Kinder - aber eben auch die Lehrkräfte, um ihre Schülerinnen und Schüler "da abzuholen, wo sie in der Pandemie hingekommen sind", ist sich Manetto sicher.

Denn gebucht würde vor allem Teambildendes, wie zum Beispiel Floßbau, sodass die Klasse wieder besser zusammenwachsen könne, nach einer langen Zeit, in der es immer geheißen habe "Abstand, Abstand, Abstand".

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