Ärzte und Krankenhäuser treffen Vorbereitungen für Winter

Mehr Corona-Fälle, aber wenig schwere Verläufe

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Die Corona-Inzidenzen steigen überall im Land wieder an. Auch wenn die meisten Erkrankten weniger schwere Verläufe haben rüsten sich Ärzte und Krankenhäuser für den Winter.

Die Inzidenzen in der Region Heilbronn-Franken steigen wie überall im Land weiter an. Die aktuelle durchschnittliche Inzidenz im Land lag am Freitagnachmittag bei 460,8. Zwar sind sich Experten einig: Weil es keine PCR-Testpflicht mehr gibt, werden viele Corona-Infektionen nicht mehr erfasst, die Inzidenz als alleinige Kennzahl bildet daher das Infektionsgeschehen deutlich schlechter als noch im vergangenen Winter ab. Ein flächendeckender Anstieg ist trotzdem ein Hinweis, dass wieder deutlich mehr Neuinfektionen passieren. Das bestätigen auch Ärzte, wie etwa der Neckarsulmer (Kreis Heilbronn) Hausarzt Tobias Neuwirth, der einen deutlichen Anstieg von Patienten registriert.

Hausarzt: Nur wenige schwere Fälle, aber rund 30 Prozent mehr Patienten

Neuwirth hat das Personal in seiner Infekt-Praxis in Neckarsulm-Obereisesheim nach einem sehr ruhigen Sommer wieder aufgestockt. Denn seit einigen Wochen kämen wieder mehr Corona-Patienten. Die meisten Menschen hätten zwar leichte Verläufe, vereinzelt seien aber auch schwere Fälle dabei, denen verschreibe er das Corona-Medikament Paxlovid.

"Wir haben ungefähr 30 Prozent mehr Patienten in der Infekt-Praxis. Was wir aus hausärztlicher Sicht sagen können: Es ist eine Zunahme der Inzidenz da. Die Leute sind auch krank, das ist definitiv so. Aber wir sehen wenig schwere Verläufe."

Kollegen von Neuwirth bestätigen diesen Trend. Stephan Roder, Hausarzt aus Talheim (Kreis Heilbronn) und Vertreter der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) in der Region, hatte schon vor zwei Wochen im SWR gesagt, die Dunkelziffer von Corona-Fällen sei durch den Wegfall der PCR-Testpflicht mittlerweile so hoch, dass eine Durchseuchung der Gesellschaft kurz bevor stünde.

"Wir müssen langsam anfangen, Corona wie eine ganz normale Infektionskrankheit zu behandeln."

Kliniken rüsten sich für den Winter

Die Politik hat diesen Kurs mittlerweile auch eingeschlagen: Ministerpräsident Kretschmann (Grüne) hatte vergangene Woche erklärt, er sehe das Land auf dem Weg von der Pandemie zur Endemie. Außerdem soll es trotz steigender Zahlen keine verschärften Corona-Regeln geben.

Die Kliniken rüsten sich trotzdem für den Herbst und Winter. Das Diakoneo in Schwäbisch Hall etwa will zwar keine Prognose abgeben, teilt aber mit, die hohe Zahl von Krankheitsfällen bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern belaste weiterhin die Arbeitssituation. Es werde außerdem auch weiterhin täglich geprüft, welche Operationen verschoben werden könnten.

"Sowohl hohes Patientenaufkommen als auch der Ausfall vieler Mitarbeitenden oder eine Kombination aus beidem kann zu Überlastungen des Gesundheitssystems führen."

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