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Seit Ende Dezember ist in Rot am See (Kreis Schwäbisch Hall) eines der großen Zentralen Impfzentren mit Anziehungskraft in Betrieb: 60 Prozent der Besucher kommen von außerhalb zum Impfen, zum Beispiel aus dem Ostalbkreis.

In Baden-Württemberg sind immer noch 90.000 der Über-80-Jährigen nicht geimpft. Hinzu kommt, dass der Impfstoff überall knapp ist. Es gibt aber auch ein paar Pfiffige, die sich sagen: Wenn ich in meinem Ort keinen Termin bekomme - dann vielleicht woanders?

Rund 40 Prozent der Geimpften im Zentralen Impfzentrum in Rot am See stammen aus dem Kreis Schwäbisch Hall, der Rest kommt vor allem aus den Nachbarkreisen wie aus Hohenlohe oder dem Main-Tauber-Kreis. Mehr als zehn Prozent der Impfwilligen stammt aus dem Ostalbkreis und nimmt damit eine lange Wegstrecke auf sich. Das Sozialministerium schätzt, dass sich diese Verteilung von Rot am See auch mit den neun anderen großen Impfzentren deckt.

Impfung außerhalb des Wohnorts ist erlaubt

Die Impfung außerhalb des Wohnorts ist tatsächlich erlaubt - Baden-Württemberger können sich überall im Land impfen lassen, nicht nur im eigenen Kreis. Wer mobil genug ist, möchte daher möglicherweise so sein Glück versuchen.

Bis zu 1.500 Impfungen sind im Zentralen Impfzentrum (ZIZ) in Rot am See, zumindest theoretisch, am Tag möglich. Das sind knapp doppelt so viele wie in den kleinen Kreisimpfzentren.

Impfstoff anders verteilen lohne sich nicht

Eine weite Reise entspricht allerdings nicht unbedingt den Erwartungen der Bevölkerung: Statt weite Fahrten auf sich zu nehmen, wünschen sich viele Seniorinnen und Senioren eine wohnortnahe Impfung.

Warum wird der Stoff also im für manche weit entfernten Rot am See verimpft? Die Antwort gibt das Sozialministerium: Impfstoff anders zu verteilen, lohne sich nicht. Wenn bei den wenigen verfügbaren Dosen nach Einwohnerzahlen gewichtet würde, käme immer noch kaum mehr bei anderen Impfzentren an. Ähnliches gelte für das Verschieben von Impfstoff vom Zentralen Impfzentrum in die kleinen Kreisimpfzentren: Der Aufwand allein für die Kühlkette stünde in keinem Verhältnis, so der Sprecher des Sozialministeriums. Das Ministerium setzt deshalb zum einen auf die Zulassung des Astrazeneca-Impfstoffs auch für Menschen über 65. Zum anderen hofft das Sozialministerium, dass im April auch die Arztpraxen impfen dürfen.

Astrazeneca bringt Schwung in die Impfzentren

Neben Zentralen Impfzentren (ZIZ) wie in Rot am See gibt es auch Kreisimpfzentren (KIZ). Deren generelle Auslastung wird stetig besser. Bisher gab es zwar große Kapazitäten, aber einfach zu wenig Impfstoff. Mittlerweile kommen aber durch den Astrazeneca-Impfstoff so viele Unter-65-Jährige zum Zug, dass sich das jetzt ändert: In Heilbronn hat das KIZ jetzt jeden Mittwoch und Donnerstag nur für diese Jüngeren offen und verimpft am Tag 650 Dosen. Das ist ein Tag mehr im Vergleich zu vor zwei Wochen. Am Wochenende werden die Über-80-Jährigen geimpft. Ähnlich steigern sich auch die anderen Impfzentren.

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