Die Krankenhäuser in der Region Trier impfen ab Montag noch nicht gegen das Coronavirus (Symbolbild). (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Kliniken in Heilbronn-Franken weiter in Alarmbereitschaft

Immer weniger Patienten auf Corona-Stationen - weiter kein Normalbetrieb

STAND

Die Inzidenzen in der Region Heilbronn-Franken bleiben vergleichsweise niedrig. Viele Intensivstationen sind Corona-frei. Doch die Kliniken bleiben weiter in Alarmbereitschaft.

Die Pandemielage wirkt deutlich entspannter im Vergleich zu den Wintermonaten. Freizeitaktivitäten, Konzerte und Restaurantbesuche sind wieder fast ohne Einschränkungen möglich. Die sinkenden Inzidenzen machen sich auch in den Krankenhäusern in der Region bemerkbar. Von Normalbetrieb ist allerdings noch keine Rede. Für Mitarbeitende gelten weiterhin die Corona-Verordnungen.

Kaum noch Corona-Patienten auf den Stationen

In den SLK-Kliniken Heilbronn befinden sich nach SWR-Anfrage derzeit keine Patientinnen und Patienten mehr auf den Intensivstationen (Stand 3.6.2022). Auf den Normalstationen werden aktuell lediglich 12 Patienten im Zusammenhang mit Corona behandelt.

Ähnlich sieht es bei der BBT-Gruppe (Barmherzigen Brüder Trier) aus. Seit etwa einem Monat befindet sich kein Corona-Patient mehr auf der Intensivstation, erklärt Ute Emig-Lange, Leiterin für Unternehmenskommunikation der BBT-Gruppe Region Tauberfranken-Hohenlohe. Sieben Patienten befinden sich momentan stationär in Behandlung im Caritas Krankenhaus, ein Patient in Öhringen. Die Klinik in Tauberbischofsheim ist dagegen Corona-frei (Stand 03.06.22).

Arbeitsbelastung in Krankenhäusern weiter hoch

Auch wenn die Zahl der Corona-Patienten einen niedrigen Stand erreicht hat, gelten für Mitarbeitende weiterhin verschiedene Auflagen und Schutzmaßnahmen, die die Arbeit weiter erschweren, erklärt Emig-Lange von der BBT-Gruppe. Regelmäßige Tests und Maskenpflicht gehören weiterhin zum Alltag. Zudem stelle man fest, dass die Zahlen im Caritas Krankenhaus wieder ansteigen.

"Unsere Mitarbeitenden sind nach zweieinhalb Jahren Pandemie extrem ausgepowert."

Es werde schwer, eine weitere Pandemie in dem Ausmaß wie im vergangenen Winter noch mal so gut zu bewältigen, sagt die Sprecherin der BBT-Gruppe im SWR. Auch in den SLK-Klinken haben die Hochphasen der Pandemie ihren Tribut bei den Mitarbeitenden gezollt. Man blicke schon jetzt mit Sorge auf den Herbst.

Schutzkonzepte können jederzeit hochgefahren werden

Während die meisten Menschen die wiedergewonnenen Freiheiten genießen, bereitet einigen die anstehende Corona-Welle im Herbst Sorgen. Die Kliniken haben mittlerweile bewährte Konzepte entwickelt. Auf diese Pläne könne man im Herbst schnell wieder umschwenken, sagt Mathias Burkhardt, Pressesprecher der SLK-Kliniken. Auch die Isolierstationen können schnell wieder aktiviert werden. Dafür sei es aber nötig, dass sich das Personal ausreichend erholt.

Vorbereitung auf Omikron-Mutante BA.5

Neben der befürchteten Herbst-Welle gilt die nächste Sorge der neuen Omikron-Variante BA.5, die in Portugal derzeit zu einem explosionsartigen Anstieg der Infektionszahlen führt. Inwieweit sich das in Zukunft auf die Hospitalisierungsrate auswirkt, ist noch unklar.

"Wir befinden uns in Habachtstellung - die Pandemie ist noch nicht vorbei."

Die Krankenhäuser seien an die dynamischen und sich schnell wandelnden Prozesse gewöhnt. Die Notfallpläne liegen in der Schublade. Zudem sei man dabei, Schutzmaterial zu bevorraten.

Änderung der Corona-Verordnung zum 4. Juni

Mit dem 4. Juni tritt eine weitere Änderung der Corona-Verordnung in Kraft. Für Beschäftigte in Pflege- und Eingliederungshilfeeinrichtungen reicht in Zukunft das Tragen einer medizinischen Maske - anstelle einer FFP2-Maske - aus. Das setzen auch die Pflegeeinrichtungen der BBT-Gruppe um, so Pressesprecherin Emig-Lange. In Krankenhäusern gilt in patientennahen Bereichen jedoch weiterhin die Pflicht des Tragens einer FFP2-Maske.

Für Besucherinnen und Besucher ist das Tragen einer FFP2-Maske weiterhin verpflichtend. Auch der obligatorische Corona-Schnelltest bleibt Voraussetzung für den Besuch. Seit Juni fällt jedoch die Angabe persönlicher Informationen zur Nachverfolgung weg.

Kliniken wünschen sich Hilfe von der Politik

Um die Zahl der Neuinfektionen, gerade in Hinblick auf den Herbst, so niedrig wie möglich zu halten, wünschen sich die Kliniken Hilfe vonseiten der Politik. Die Impfung sei immer noch der beste Weg, um schwere Verläufe zu verhindern und somit die Krankenhäuser zu entlasten.

"Erst, wenn die Schutzmaßnahmen nicht funktioniert haben, kommt es in den Krankenhäusern zu den hohen Patientenzahlen."

Auch die Bewohnerinnen und Bewohner der Pflegeeinrichtungen müssen geschützt werden. Es dürfe nicht erneut dazu kommen, die Menschen abzuschotten und von ihren Angehörigen zu trennen. Die Politik müsse rechtzeitig handeln, um die Infektionskurve möglichst Flach zu halten, so die Forderung.

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